Es ist paradox: Schätzungsweise 10 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Harn- oder Stuhlinkontinenz, aber die wenigsten sprechen darüber. Über die Hälfte der Betroffenen wendet sich nicht einmal an einen Arzt. Doch das ist fatal, denn unbehandelt verstärken sich die Inkontinenzbeschwerden – mit tiefgreifenden Folgen auf Alltag, Partnerschaft, Psyche und das soziale Leben. Dagegen hilft nur eins: Aufklären, dem Leiden das Tabu nehmen und es als das darzustellen, was es ist – eine Volkskrankheit mit vielen Gesichtern. Dafür steht die bundesweite Welt- Kontinenz-Woche: Seit 2009 lädt sie Betroffene, Interessierte und Fachpersonal ein, sich über die verschiedenen Formen von Inkontinenz, die vielfältigen Therapiemöglichkeiten sowie die Heilungschancen zu informieren. Auch die diesjährige 14. Aktionskampagne im Juni bietet wieder eine Vielzahl von spannenden Veranstaltungen mit Expertinnen und Experten in allen Regionen Deutschlands an, etwa Vorträge, Fragerunden, Telefonaktionen oder Videosessions. Initiiert werden die inhaltlich hochwertigen Info-Tage von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

14. Welt-Kontinenz-Woche
Die 14. Welt-Kontinenz-Woche will mit verschiedenen Veranstaltungen von Inkontinenz betroffenen Personen helfen und informieren sowie zur Enttabuisierung des Themas beitragen (Foto © adobe.stock – lijphoto)

Wichtigste Veranstaltungsreihe rund um Inkontinenz

„Jede Inkontinenz ist behandelbar und kann spürbar gelindert werden, in den meisten Fällen ist Heilung möglich. Das ist für Betroffene wichtig zu erfahren – eine ideale Gelegenheit dafür bietet die Welt- Kontinenz-Woche“, sagt Univ.-Prof. Dr. Andreas Wiedemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Die Welt-Kontinenz-Woche ist die wichtigste Veranstaltungsreihe rund um Inkontinenz in Deutschland. Auch während der 14. Kampagne vom 20. bis 26. Juni 2022 findet wie immer bundesweit eine große Zahl an Informationsformaten mit Expertinnen/Experten statt, zu denen anerkannte ärztliche Beratungsstellen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft sowie zertifizierte Kontinenz- und Beckenbodenzentren einladen. Auf dem Programm stehen nun wieder mehrheitlich Präsentationen vor Publikum, dazu Beiträge in Onlinemedien und öffentliche Telefonaktionen für Betroffene und Interessierte, dazu gibt es Fortbildungen für medizinisches Personal. Themenschwerpunkte sind die verschiedenen Formen von Inkontinenz bei Frauen und Männern, die Ursachen und insbesondere das vielfältige Spektrum an modernen Behandlungsoptionen.

Informationswunsch über Inkontinenz ist groß – die Kampagne gibt Orientierung

Die Welt-Kontinenz-Woche trifft mit ihrem patientenorientierten, professionellen Informationsprogramm offensichtlich den richtigen Nerv: Die Veranstaltungen erfreuen sich regelmäßig eines großen Zulaufs. Auch die Telefonaktionen und Kampagnen-Angebote im digitalen Format, wie sie in den letzten zwei Jahren pandemiebedingt mehrheitlich stattfanden, wurden in hohem Maß wahrgenommen. Den großen Bedarf an intensiver Aufklärung über Inkontinenz zeigt auch eine Studie [1] mit weiblichen und männlichen Harninkontinenz-Patienten über 45 Jahren: Sieben von zehn Teilnehmern wünschen sich eine bessere Vermittlung von Wissen über Inkontinenz. Denn: knapp 60 Prozent der Befragten hatten erst gedacht, dass ihr „Blasenproblem“ von allein wieder verschwinden würde. Dadurch ging wertvolle Zeit verloren. „Denn der Heilungserfolg bei Inkontinenz ist vor allem im Anfangsstadium besonders groß“, erklärt Univ.-Professor Dr. Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Witten. „Vielfach wirken gerade zu Beginn schon einfache Maßnahmen wie Lebensstilveränderungen oder Beckenbodentraining Wunder. Das vermittelt die Welt-Kontinenz-Woche ihren Besuchern – und macht sie mutig, zu einer Fachärztin, einem Facharzt zu gehen!“

Programm der 14. Welt-Kontinenz-Woche

Das Programm der Welt-Kontinenz-Woche sowie aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft unter www.kontinenz-gesellschaft.de (>>zum Programm) Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auf die vielfältigen Veranstaltungen der Aktionskampagne redaktionell hinweisen würden.

Literatur

  1. Europäische Studie „Breaking the Silence“, durchgeführt vom Forschungs- und Analyseunternehmen Edelman Intelligence im Auftrag der Hartmann Gruppe.

Quelle: Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. (>>zur Homepage)

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