Onabotulinumtoxin A (BOTOX®) ist das einzige Botulinumtoxin Typ A, das zur Therapie der idiopathischen überaktiven Blase mit den Symptomen Harninkontinenz, imperativer Harndrang und Pollakisurie bei erwachsenen Patienten zugelassen ist, die auf Anticholinergika nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben [1].

Mindestens 16 % der erwachsenen Bevölkerung leiden nach aktueller Schätzung an einer idiopathischen überaktiven Blase (iOAB) [2]. Was oft unterschätzt wird: Die Lebensqualität Betroffener ist häufig stark eingeschränkt. In der Folge ziehen sich Betroffene mehr und mehr aus dem sozialen Alltag zurück – dennoch sprechen nur etwa 25 % der Patienten bestehende Symptome beim Arztbesuch an [3].

Studien bestätigen Wirksamkeit

Zwei prospektive, randomisierte Studien (EMBARK-Studienprogramm) konnten eine signifikante Verbesserung aller untersuchten iOAB-Symptome und der Lebensqualität durch Onabotulinumtoxin A im Vergleich zu Placebo zeigen.

Bereits 2 Wochen nach der Behandlung wurde eine signifikante Verbesserung der Symptome beobachtet. In Woche 12 nach Onabotulinumtoxin-A-Injektion war eine Verminderung der Harninkontinenzepisoden um 51 % gegenüber dem Ausgangswert zu beobachten (Verum: Ausgangs-wert 5,49, mittlere Änderung –2,80; verglichen mit 18 % unter Placebo: Ausgangswert 5,39, mittlere Änderung –0,95, p<0,001).

Auch die täglichen Harndrangepisoden hatten sich um 37 % gegenüber dem Ausgangswert reduziert (Verum: Ausgangswert 8,82, mittlere Änderung –3,30; verglichen mit 15 % unter Placebo, Ausgangswert 8,31, mittlere Änderung –1,23, p<0,001)[1]. Darüber hinaus wurden zu diesem Zeitpunkt signifikant mehr klinisch bedeutsame Verbesserungen in allen Domänen des Inkontinenz-Lebensqualitätsfragebogens erreicht (p<0,001) [4]. Mehr als 60 % der Patienten beurteilten ihre Symptome als „deutlich verbessert“ oder „verbessert“ (p<0,001 vs. Placebo).

Auch nach bis zu 6 Behandlungszyklen kann – so eine Langzeitstudie über 3 Jahre mit über 800 Patienten – mit konsistenten Therapieeffekten und einer verbesserten Lebensqualität gerechnet werden [5].

Veränderung in Woche 12 (gegenüber Baseline) [1, 5, 6]

Insgesamt war Onabotulinumtoxin A in den Studien gut verträglich. Behandlungsabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen lagen bei unter 2 %. Systemische Nebenwirkungen traten unter der Therapie nicht auf. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Harnwegsinfekte und Dysurie [1]. Harnverhalt (≥200 ml) und eine dadurch erforderliche intermittierende Selbstkatheterisierung kam bei 6,5 % der Patienten vor (im Vergleich zu 0,4 % unter Placebo) und war meistens nur vorübergehend [4–6].

Wichtig für die Praxis/Therapie der iOAB

Der minimalinvasive Eingriff kann mit lokaler Betäubung per intravesikaler Instillation eines Lokalanästhetikums vorgenommen werden. Der Vorteil: Der Eingriff kann ambulant erfolgen. Vor dem minimalinvasiven Eingriff mit Onabotulinumtoxin A sollten eine mehrtägige peri-interventionelle Antibiotikaprophylaxe durchgeführt und Thrombozytenaggregationshemmer für mindestens 3 Tage unterbrochen werden. Außerdem sollte ein Harnwegsinfekt ebenso ausgeschlossen werden wie eine relevante Restharnbildung (>100 ml) [1].

Literatur:
1 Fachinformation BOTOX®, Stand Jan 2019.
2 www.urologenportal.de (letzter Zugriff: März 2020).
3 Diokno AC et al. Fam Pract 2006; 23: 568– 577.
4 Nitti VW et al. J Urol 2016; 196: 791–800.
5 Nitti VW et al.J Urol 2013; 189:2186–2193.
6 Chapple C et al. Eur Urol 2013; 64: 249–256.

Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung von Allergan, 60327 Frankfurt/Main

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