Die Kombination Nivolumab plus Ipilimumab ist die erste zugelassene immunonkologische Kombinationstherapie für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) und intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil [1, 2]. Aktuellen Langzeitdaten zufolge setzt sich der signifikante Vorteil der Kombination im Vergleich zu Sunitinib fort: Die Patienten profitieren weiterhin mit einem schnelleren, tieferen und länger anhaltenden Ansprechen inklusive einer Komplettremissionsrate von 10 % und der Chance auf ein Langzeitüberleben [3].

Nivolumab (Opdivo®) hat sich seit 2016 in der Therapielandschaft der Urologie fest etabliert und wird im fortgeschrittenen Stadium beim Nierenzell- und Urothelkarzinom eingesetzt. Der gut verträgliche Checkpoint-Inhibitor, mit dem in Deutschland bereits mehr als 50.000 Patienten behandelt wurden, ist insgesamt in sechs soliden und hämatologischen Entitäten zugelassen [1, 4]. Um das Ansprechen (ORR) und die Chance auf ein Langzeitüberleben zu erhöhen, rückt die Kombination der zwei synergistisch wirkenden Antikörper Nivolumab (Anti-PD-1) und Ipilimumab (Yervoy®; Anti-CTLA-4) immer weiter in den Fokus [1, 2, 5].

Schnelles, tiefes und langanhaltendes Ansprechen

Eine aktuelle Auswertung (Minimum Follow-up 42 Monate) der Phase-III-Studie CheckMate 214 ergab für Patienten mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil eine unverändert hohe ORR von 42 % für Nivolumab plus Ipilimumab vs. 26 % für Sunitinib [3]. Eine Komplettremission konnte nach Einschätzung eines unabhängigen radiologischen Expertengremiums bei mehr als 10 % der Patienten nachgewiesen werden (vs. Sunitinib 1 %) [3]. Diese hielt unter der Kombinationstherapie bei 84 % der Patienten weiterhin an [3]. Zudem setzte das Ansprechen mit im Median 2,8 vs. 4,0 Monaten früher ein [6]. Gestützt werden diese Ergebnisse durch Daten zum progressionsfreien Überleben mit einem sich andeutenden Plateau in der Kurve (37 % nach 30 Monaten; 35 % nach 42 Monaten) [3].

Über die Hälfte der Patienten nach 3,5 Jahren noch am Leben

Das gute Ansprechen spiegelte sich auch im Langzeitüberleben wider: Unter Nivolumab plus Ipilimumab waren nach 42 Monaten noch 52 % und im Vergleichsarm 39 % der Patienten am Leben. Das mediane Gesamtüberleben betrug unter der Kombination 47,0 Monate und war damit gut 20 Monate länger als unter Sunitinib. Dies entspricht einer signifikanten Reduktion des Mortalitätsrisikos um 34 % (HR=0,66; 95 %-KI: 0,55–0,80; p < 0,0001) (s. Abb.) [3].

Weniger behandlungsbedingte Nebenwirkungen Grad 3 oder 4

Unter der Kombination wurden weniger behandlungsbedingte Grad-3/4-Nebenwirkungen als im Sunitinib-Arm beobachtet (47 % vs. 64 %). Eine Post-hoc-Analyse zeigte, dass sich die Rate an behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (UE) aller Grade nach den ersten 6 Monaten unter Nivolumab plus Ipilimumab halbiert hatte (92 % vs. 44 %). Auch der Anteil an UE von Grad 3/4 fiel stark ab und war ab Monat 24 zu jedem Zeitpunkt ≤ 2,4 % [3].

Literatur:
1.            Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
2.            Fachinformation Yervoy®. Aktueller Stand.
3.            Tannir NM et al. ASCO-GU 2020; Abst. 609 + Präsentation.
4.            Bristol Myers Squibb. Data on file.
5.            Wei SC et al. Proc Natl Acad Sci USA 2019;116(45):22699–709.
6.            Motzer RJ et al. Lancet Oncol 2019;20(10):1370–85.

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