Bei der Katheterisierung oder der Zystoskopie sind Gleitgele längst unverzichtbar. Dies gilt gleichermaßen für transurethrale, rektale wie auch vaginale Eingriffe und Untersuchungen. Die Idee, Gleitgele im Rahmen urologischer Maßnahmen direkt in die Harnröhre zu instillieren, hatte Prof. Dr. Carl Erich Alken bereits vor über 60 Jahren. Er war es auch, der entsprechende Anforderungen für den klinischen Alltag formulierte, die noch heute aktuell sind.

Es war Prof. Carl Erich Alken bereits Ende der 1950er Jahre ein wesentliches Anliegen, die Katheterisierung zu erleichtern. Statt wie bisher üblich, urologische Instrumente wie Katheter oder Zystoskope mit einer viskösen „gleitfähigen“ Substanz zu benetzen, verfolgte er die Idee, die Harnröhre selbst mit einem Gleitgel zu befüllen. Der Gedanke dahinter: Die sternförmig zusammengefaltete Harnröhre wird durch das Instillieren des Gleitgels aufgeweitet und offengehalten. Medizinische Instrumente lassen sich dadurch fast widerstandslos einführen.

Mithilfe einer lokalanästhesierenden und desinfizierenden Wirkstoffkombination perfektionierte Alken seine Idee. Das Auftreten von Harnwegsinfekten und die Verbreitung von Keimen konnten so reduziert, das Risiko für Verletzungen vermindert werden, da der Patient den Eingriff nahezu schmerzfrei erlebte und sich weniger verkrampfte. Doch zur Realisierung seiner Idee brauchte Alken kompetente Partner. Erst in der Zusammenarbeit mit FARCO-PHARMA gelang es schließlich, das Produkt erfolgreich und in den benötigten Mengen auf den Markt zu bringen.

Medizinische Anforderungen gelten noch heute

Nicht nur optimale Gleiteigenschaften zeichnen ein gutes Gleitgel aus. Alken formulierte bereits 1960 weitere unerlässliche Punkte. So sollte das Gel idealerweise fettfrei und wasserlöslich sein sowie stabile und langanhaltende Gleiteigenschaften besitzen.

Die Anforderungen an urologische Gleitgele haben sich bis heute kaum verändert, wie eine ausführliche Publikation zur Verwendung von Gleitgelen in der Urologie bzw. zu deren Qualitätsmerkmalen zeigt [1]. Moderne Gleitgele sollen

  • die Schleimhäute gleichmäßig benetzen,
  • gute Gleiteigenschaften besitzen,
  • die Sicht bei endoskopischen Untersuchungen nicht beeinträchtigen,
  • anästhesierende Wirkung haben,
  • desinfizierend wirken und
  • möglichst nebenwirkungsfrei sein.

Von der Idee zum Meilenstein

Instillagel® vereint als steriles Gleitgel auf Cellulose-Basis mit dem Lokalanästhetikum Lidocain und der antimikrobiellen Kombination aus Chlorhexidinbis(D-gluconat), Methyl-4-hydroxy-benzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat alle diese wichtigen Eigenschaften. Damit eignet es sich optimal für eine Vielzahl von Untersuchungen und Eingriffen, auch im operativen Bereich.

In der Urologie wird das Gel vor allem bei Katheterisierungen, Sondierungen und Zystoskopien eingesetzt – und das bereits seit 1968. Ermöglicht wurde dies vor allem, da Alken mit FARCO-PHARMA einen verlässlichen Partner zur Realisierung seiner Idee fand. Was als kleine Produktion in einer Apotheke begann, entwickelte sich schon bald zur Erfolgsgeschichte und einem Meilenstein der Urologie: Bereits 1970 gab es erste Interessenten aus dem Ausland und das Gel wurde nach Österreich geliefert. Instillagel® ist aktuell in 31 Ländern zugelassen.

Gleitgele für jeden Anwendungsbereich

Neben Instillagel® hat FARCO-PHARMA sein Produkt-Portfolio kontinuierlich erweitert. 1978 folgte die Einführung von Endosgel® – einem sterilen Gleitgel mit unterstützenden desinfizierenden Eigenschaften. Seit 2001 ist Instillagel® Lubri (vorher: Lubricano®)auf dem Markt. Dieses wirkstofffreie Gleitgel zeichnet sich durch seine gute Verträglichkeit aus und eignet sich vor allem zur Anwendung bei Unverträglichkeiten und Allergien. 2014 wurde das Kathetergleitgel GLYDO® für den US-amerikanischen Markt zugelassen.

Neben den Gleitgelen baut FARCO-PHARMA mit dem Anticholinergikum Vesoxx zur Behandlung neurogener Blasenfunktionsstörungen seine Position als Experte bei der Behandlung von Blasenerkrankungen weiter aus.

Literatur:
1.           Sperling H, Lümmen G, Rübben H. Urologe (A) 2005; 44: 662-6.

Bild: AdobeStock_245805070

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