Eine repräsentative Umfrage des Hartmannbundes unter 1.258 Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung macht deutlich, wie schwierig und unbefriedigend die Arbeitsverhältnisse im Gesundheitssektor vielfach noch immer sind. Über 70 % der Befragten gaben an, trotz Tarifvertrages mindestens 45 Wochenstunden oder mehr zu arbeiten, bei fast jedem Zweiten werden die Überstunden dabei nach wie vor nicht angemessen dokumentiert. Die dadurch entstehende hohe Arbeitsbelastung hat nach Darstellung des Hartmannbundes zur Folge, dass etwa 36 % der jungen Ärztinnen und Ärzte über einen Berufswechsel nachdenken, während fast 56 % sich eine Teilzeitstelle wünschen. um auf eine normale 40 bzw. 42 Stundenwoche zu kommen.

Abb. 2: Überstunden, Arbeitsbelastung und fortschreitende Ökonomisierung der Medizin sind die Hauptkritikpunkte der jungen Assistenten. (Foto: Krankenhaus Heinsberg)

Neben Teilzeitmodellen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erlauben, wünschen sich die Teilnehmer vor allem eine Entlastung von nicht-ärztlichen Tätigkeiten, die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze, weniger Profitorientierung im Behandlungskontext und strukturierte Weiterbildungskonzepte, so der Hartmannbund.

Ein Befragter hat in der Umfrage seinen Chef mit dem Satz zitiert: „Ausbildung ist in der DRG nicht abgebildet.“ Dieses Statement beleuchtet laut Hartmannbund, wie problematisch die wirtschaftliche Ausrichtung unseres Gesundheitssystems inzwischen geworden sei. „Nicht nur, dass wir jungen Ärztinnen und Ärzte aufgrund des Personalmangels über die Belastungsgrenze hinaus eingesetzt werden, auch unsere Weiterbildung wird vernachlässigt. Dies kann sich langfristig negativ auf die Versorgungsqualität auswirken“, erklärt Dr. Theodor Uden, Sprecher des Assistenzärzte-Ausschusses im Hartmannbund.

Mehr als 47 % der Umfrage-Teilnehmer gaben an, den ökonomischen Druck bei der täglichen Arbeit zu spüren. Mehr als 60 % der Befragten erklärten, sie hätten nur „manchmal bis nie“ zufriedenstellend viel Zeit für ihre Patienten. Ein Kommentar spricht Bände: „Ich bekomme Zettel in die Patientenakte gelegt, bei welcher Aufenthaltszeit die Klinik plus macht und wann minus.“

Quelle: Hartmannbund (>>zur Umfrage)

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