TMPRSS2 ist ein Co-Rezeptor der Wirtszelle, der von SARS-CoV-2 für den Zelleintritt genutzt wird. Ein früherer Bericht deutete darauf hin, dass die Anwendung einer Androgendeprivationstherapie TMPRSS2 herunterreguliert und Männer mit Prostatakrebs vor einer Infektion schützen kann. Eine Forschergruppe um Prof. Eric A. Klein veröffentlichte jetzt im Fachmagazin „The Journal of Urology“ eine Studie, die diese ersten Befunde genauer untersuchen sollte.

Studiendesign

In einer prospektiven Kohortenstudie wurde die Rate der SARS-CoV-2-Infektionen und die Krankheitsschwere in Abhängigkeit von der Anwendung der Androgendeprivationstherapie untersucht.

Dazu nutzten die Forscher Daten von Patienten, die zwischen dem 12. März und dem 10. Juni 2020 auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Diese Patienten hatten eine vollständige Nachbeobachtung bis zur Genesung bzw. Tod erfahren.

Ergebnisse

Die Studienkohorte bestand aus 1.779 Männern mit Prostatakrebs aus einer getesteten Gesamtpopulation von 74.787. Davon waren 4.885 (6,5 %) positiv für SARS-CoV-2. Von den Männern mit Prostatakrebs waren 102 (5,7 %) SARS-CoV-2-positiv und 304 (17,1 %) befanden sich unter Androgendeprivation. Unter denjenigen, die eine Androgendeprivationstherapie erhielten, waren 5,6 % positiv, verglichen mit 5,8 %, die keine Androgendeprivationstherapie erhielten.

Männer unter Androgendeprivation waren etwas älter (75,5 vs. 73,8 Jahre, p = 0,009), rauchten häufiger (68,1 % vs. 59,3 %, p = 0,005) und gaben häufiger an, Steroide zu nehmen (43,8 % vs. 23,3 %, p < 0,001). Andere Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Infektionsrisiko und den Schweregrad der Erkrankung erhöhen, waren gleich verteilt (Asthma, Diabetes mellitus, Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und immunsuppressive Erkrankungen).

Die multivariable Analyse zeigte keinen Unterschied im Infektionsrisiko für diejenigen mit Prostatakrebs unter Androgendeprivation (OR 0,93, 95 % CI 0,54–1,61, p = 0,8).

Fazit

Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass eine Androgendeprivationstherapie nicht vor einer SARS-CoV-2-Infektion zu schützen scheint (>>Hier zum Artikel).

Quelle: Klein EA, Li J, Milinovich A et al. J Urol. 2021 Feb; 205(2):441-443.

Bild: Adobe

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