Londoner Forscher widmeten sich in einer großangelegten Metaanalyse dem Zusammenhang von Angst- und Erektionsstörungen (>>zur Publikation).

Die erektiler Dysfunktion (ED) hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und das das Wohlbefinden von Patienten. Männer mit ED neigen zu einem geringeren Selbstwertgefühl. Außerdem sind sie mit ihrer Sexualität oft unzufriedener [1]. Die Ursachen für ED sind vielfältig. Psychiatrische Krankheiten wurden bereits mit sexuellen Funktionsstörungen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen in Verbindung gebracht. Das kann durch die psychische Störung selbst oder die zur Behandlung eingesetzten Psychopharmaka sein [2].

Trauriger Mann schaut durch Fensterscheibe nachdenklich in die Ferne. Angststörungen sind mit einer erhöhten Häufigkeit von erektiler Dysfunktion assoziiert.
Abb.: Angststörungen sind mit einer erhöhten Häufigkeit von erektiler Dysfunktion assoziiert.

Einschlusskriterien für analysierte Studien

In der Metaanalyse wurden 12 Studien hinsichtlich des Zusammenhangs von ED und verschiedener Angststörungen analysiert. Einschlusskriterien für die ausgewählten Studien waren, dass die Studien an Erwachsenen durchgeführt wurden, die Diagnose der Angststörungen durch einen qualifizierten Psychiater stattfand und ein validiertes Instrument zur Diagnose von ED zum Einsatz kam (z. B. International-Index-of-Erectile-Function oder ICD-10/DSM-IV). Die untersuchten Angststörungen waren posttraumatische Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, soziale Phobien/soziale Angststörungen und Panikstörungen.

Erektile Dysfunktion: Risikofaktor Angststörungen

Für Patientenkohorten mit Angststörungen lag die mediane [IQR] Prävalenz von ED bei einem hohen Wert von 20,0 [5,1-41,2] %. Der Median [IQR] des International-Index-of-rectile-Function lag bei 17,62 [13,88-20,88]. Letzteres deutet auf einen leichten bis mittleren Schweregrad. Laut der Autoren zeigen die Ergebnisse eine hohe Prävalenz von ED bei Menschen mit Angststörungen. Außerdem scheint es so zu sein, dass die ED in dieser Population schwerwiegender ist.

Die Autoren schränken allerdings ein, dass die Evidenz aufgrund der hohen Heterogenität zwischen den untersuchten Studien begrenzt ist.

Fazit

Für das Forschungsteam ist der Zusammenhang zwischen Angststörungen und ED ein wichtiges klinisches Thema, dem mehr Beachtung geschenkt werden sollte.

Solche Forschungsergebnisse sind wichtig für eine systemische Medizin, die den Patienten nicht als eine Ansammlung von Einzelorganen sieht. Es bleibt zu hoffen, dass solche Erkenntnisse Einfluss auf die Patientenkommunikation und -versorgung haben.

Quelle: Velurajah, R., Brunckhorst, O., Waqar, M. et al. Erectile dysfunction in patients with anxiety disorders: a systematic review. Int J Impot Res (2021). (>>zur Publikation)

Literatur:

[1] Latini DM, Penson DF, Colwell HH, Lubeck DP, Mehta SS, Henning JM, et al. Psychological impact of erectile dysfunction: validation of a new health related quality of life measure for patients with erectile dysfunction. J Urol. 2002;168:2086–91.

[2] Montejo AL, Montejo L, Baldwin DS. The impact of severe mental disorders and psychotropic medications on sexual health and its implications for clinical management. World Psychiatry. 2018;17:3–11.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare