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Einen Monat ohne Blasenspiegelungen: Seit dem 18. November führen niedergelassene Urologen im ganzen Bundesgebiet bis zum 13. Dezember 2019 bei ihren Patienten keine Blasenspiegelungen (Zystoskopien) mehr durch. Die Aussetzungswelle begann im November im Süden der Bundesrepublik und setzt sich seit 2. Dezember in den nördlichen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Westfalen-Lippe und Nordrhein fort.

„Wir freuen uns sehr, dass sich bereits so viele Kolleginnen und Kollegen unserer Aktion angeschlossen haben und bedanken uns bei unseren Patienten für ihr Verständnis”, so Dr. Axel Schroeder, Präsident des BvDU. „Unser Kerngedanke ist das Aussetzen dieser wichtigen ambulanten Leistung auf Zeit. Gemeinsam stehen wir dafür ein, die wohnortnahe ambulante urologische Versorgung unserer Patienten weiterhin in hoher Qualität zu erhalten.”

Mit ihrer Teilnahme folgen urologische Praxen einer Empfehlung des BvDU, der mit dieser Aktion den Druck auf Politik und Selbstverwaltung erhöhen will. Denn die Aufbereitung der Zystoskopie-Instrumente in der Praxis sei in den vergangenen Jahren sehr komplex und aufwändig geworden. Dabei entstehende Kosten für Material, Logistik, Personal etc. würden jedoch in der Vergütung durch die Krankenkassen nicht berücksichtigt, so dass diese Untersuchung zur Versorgung der Patienten nicht kostendeckend angeboten werden könne, argumentiert der BvDU.

„Wir wollen mit unserer Kampagne eine Verlagerung der Zystoskopie in die Kliniken verhindern – so eine Entwicklung wäre fatal. Wir proben lediglich das Szenario, wie die Entwicklung für die betroffenen Patienten sein könnte, wenn die Zystoskopie in Zukunft tatsächlich nicht mehr ambulant erbracht werden kann”, betont BvDU-Präsident Schroeder. Am Mittwoch, den 11.12.2019, stehe nun das Anliegen der Urologen beim Bewertungsausschuss in Berlin auf der Agenda.

Dass die Durchführung der Zystoskopie in urologischen Praxen eine zwingende Notwendigkeit ist, erklärten jüngst auch die Arbeitsgemeinschaft Leitende Krankenhausärzte der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) und der Vorstand der Fachgesellschaft (>>> zur Pressemitteilung).

Quelle: BvDU
Bild: BvDU

1 Kommentar

  1. Ich finde es sehr wichtig, dass die Urologen in einer so wichtigen Sache zusammenhalten. Ich bin als Patient zwar selbst “betroffen”, aber dafür habe ich vollstes Verständnis. An der Stelle wäre es gut, wenn die Politik und der Senat entsprechend reagieren und das möglichst schnell.

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