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„Es ist absolut richtig und zu unterstützen, dass der Fokus der gematik zukünftig auf die Nutzerorientierung gelegt und endlich digitale Anwendungen mit einem echten medizinischen Mehrwert entwickelt werden sollen. Es ist aber absurd, dass nun ausgerechnet diejenigen Akteure vollständig aus der gematik gedrängt werden sollen, die sich seit vielen Jahren für genau diese Ziele einsetzen“, kritisierte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die Digitalstrategie von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

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Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt warnt davor, die Probleme der Digitalisierung des Gesundheitssystems ohne die Ärzte schaffen zu wollen. (Foto © Runkel)

Schon bisher könne das Bundesgesundheitsministerium über die Mehrheit seiner Gesellschafteranteile in der gematik alle Entscheidungen treffen. Geholfen habe das wenig, weil man nicht ausreichend auf die Praktiker der Versorgung gehört habe. „Nun möchte man diese Stimmen offenbar ganz ausblenden. Damit droht sich zu verschärfen, was schon bisher galt: Wir haben ein Problem bei der Qualität der Entwicklung und Testung der digitalen Anwendungen und deren Umsetzung durch entsprechende Software. Diese Probleme lassen sich nur lösen, wenn diejenigen in die weitere Ausarbeitung einbezogen werden, die tagtäglich mit diesen Anwendungen arbeiten.“

Die Ärzteschaft steht inhaltlich nach Darstellung Dr. Reinhardts hinter der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Sie werde aber nur dann Erfolg haben, wenn die Digitalisierung sowohl Patienten als auch Ärzten spürbar nutzte. „Am Beispiel der elektronischen Patientenakte heißt das: Sie muss sowohl die Sicherheit der Patientendaten gewährleisten als auch eine praktikable Befüllung und einen einfachen Zugriff auf die in der Akte abgelegten Daten sicherstellen.“

Quelle: Bundesärztekammer (>>zur Pressemitteilung)