Dr. Dirk Heinrich,

Im Rahmen des Krankenhauspflege-Entlastungsgesetzes wollen SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie die FDP am 1. Januar 2023 Tagesbehandlungen als „weitere Behandlungsform“ im Krankenhaus einführen. Nach Informationen der Ärztezeitung soll der mindestens sechsstündige Aufenthalt eines Patienten im Krankenhaus als Voraussetzung für die Abrechenbarkeit von Tagesbehandlungen im Krankenhaus verankert werden. Damit verlagert die Ampel-Regierung potenziell einen Teil der ambulanten Medizin in den stationären Sektor.

Tagesbehandlungen: Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Virchowbundes, warnt in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Lauterbach vor der massiven Veränderung des Leistungsgeschehens in den Krankenhäusern. (Foto © A. Schoelzel)
Tagesbehandlungen: Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Virchowbundes, warnt in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Lauterbach vor der massiven Veränderung des Leistungsgeschehens in den Krankenhäusern. (Foto © A. Schoelzel)

Der Vorsitzende des Virchowbundes und des Spitzenverbands Fachärzte, Dr. Dirk Heinrich, hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in einem Brief vor der massiven Veränderung des Leistungsgeschehens in den Krankenhäusern gewarnt. Bereits zum 31. März 2023 sollen außerdem Hybrid-DRGs für eine sektorengleiche Vergütung sorgen. Diese neuen Fallpauschalen sollen dann auf eine Reihe von ambulanten Operationen aus dem AOP-Katalog angewendet werden können.

Falls die Partner der Selbstverwaltung an der Festlegung dieser Hybrid-DRGs scheitern sollten, droht das Bundesgesundheitsministerium damit, die Pauschalen kurzfristig per Rechtsverordnung und ohne Einbindung des Bundesrats durchzusetzen. Dr. Heinrich argumentiert unter anderem mit der Weiterbildung im Krankenhaus, die durch die Ausweitung des Leistungsgeschehens gefährdet werde, weil es an den personellen Ressourcen fehle.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare