Die Covid-19-Impfungen nutzt der Berufsverband für die Forderung nach mehr Geld für Hygiene-Leistungen in der urologischen Praxis.

„In Corona-Zeiten sollte sowohl Politik als auch Krankenkassen klar sein, dass die Hygiene vorrangig behandelt werden muss.”

Das gilt “Gerade im Hinblick darauf, dass Arztpraxen bald massenweise gegen Covid-19 impfen“, erklärt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen e. V. in Berlin. „Es ist absolut unverständlich, warum die Hinhaltetaktik der Krankenkassen in der Hygiene-Thematik von der Politik und den Standesvertretern toleriert wird.“ Schroeder kritisiert die bislang unangemessene Vergütung der Hygienekosten in urologischen Praxen. Ein allgemeiner Hygienezuschlag war bereits bei den Verhandlungen zur Reform des EBM (Einheitlichen Bewertungsmaßstabs) 2019 zugesagt und sollte im April 2020 eingeführt werden. Am 17. März 2021 will sich der Erweiterte Bewertungsausschuss (E-BA) erneut zum Thema beraten.

Schon seit 2012 verursachen striktere Richtlinien für die Hygiene bei der Medizinproduktaufbereitung enorme Kosten.

„Unter Corona sind die Ausgaben für jegliche hygienische Artikel noch einmal massiv gestiegen – beispielsweise haben sterile Handschuhe Preissteigerungen von bis zu 200 Prozent“,

unterstreicht auch BvDU-Hygieneexperte Dr. Peter Kollenbach. „Zudem wird der erhebliche Mehraufwand für Hygiene-Fortbildungen von Ärzten und medizinischem Fachpersonal, Praxisbegehungen oder Validierungen aktuell weder im EBM abgebildet noch pauschal extra honoriert“, erläutert der Leiter des Sachausschusses Qualitätsmanagement und Hauptausschuss-Sprecher. Urologen fordern eine aufwandsgerechte Abbildung der Hygienekosten.

Dr. Peter Kollenbach schaut besorgt in die Ferne. BvDU fordert bessere Hygiene-Vergütung von den Krankenkassen.
Abb. Über massive Kostenanstiege in der Praxis-Hygiene berichtet BvDU-Hauptausschusssprecher Dr. Peter Kollenbach und fordert eine höhere Hygiene-Vergütung. (Foto: Runkel)

„Hygiene duldet keine Kompromisse, somit auch deren Gegenfinanzierung nicht“, betont auch BvDU-Präsident Schroeder. „Wir Urologen stehen für eine hochwertige und hygienisch einwandfreie Patientenversorgung. Es darf nicht sein, dass dieses hohe Gut durch die fehlende Vergütung durch die Krankenkassen gefährdet wird.“

Quelle: Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. (>>Hier geht es zur Pressemeldung)

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