Die Corona-Pandemie hatte und hat drastische Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. So verzeichneten Krankenhäuser im Jahr 2020 deutlich weniger Behandlungsfälle und Operationen. Auch in der Urologie wurde weniger oft behandelt.

Zu sehen ist ein Wartezimmer mit leeren Stühlen. Bildunterschrift: Weniger Behandlungen: Im Jahr 2020 verzeichneten Krankenhäuser deutlich weniger Behandlungsfälle und Operationen. (Foto © Dario Sabljak – stock.adobe.com)
Weniger Behandlungen: Im Jahr 2020 verzeichneten Krankenhäuser deutlich weniger Behandlungsfälle und Operationen. (Foto © Dario Sabljak – stock.adobe.com)

Schon früh im Verlauf der Pandemie mussten planbare Behandlungen und Operationen verschoben werden. Gründe waren u. a. die hohe Auslastung der Krankenhäuser durch COVID-19-Patientinnen und -Patienten, das Freihalten von Bettenkapazitäten für COVID-19-Behandlungsfälle und die verschärften Hygienekonzepte. Außerdem vermieden vermutlich viele Menschen Krankenhausaufenthalte.

Abb. 1: Krankenhausfälle und operative Eingriffe für 2019 und 2020. (Grafik © Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021)

Die genannten Beobachtungen schlugen sich in der Statistik nieder: So gab es im Jahr 2020 fast 2,5 Millionen weniger Krankenhausbehandlungen als 2019. Das ist ein Minus von 13,1 %. 2006 gab es zuletzt so wenige Krankenhausbehandlungen.

Auch die Zahl der Operationen sank: 2020 wurden in den deutschen Krankenhäusern 690.000 oder 9,7 % weniger Patientinnen und Patienten operiert als 2019. Besonders weniger dringende und gut planbare Eingriffe wurden verschoben bzw. nicht durchgeführt. Dazu zählen z. B. Knie- und Hüftprothesenerstoperationen sowie kleinere Eingriffe der Hals-Nasen-Ohren- und Augenheilkunde.

Rückgang war in der ersten Welle am stärksten

Besonders stark war der Rückgang der Behandlungszahlen und Operationen in der ersten Corona-Welle im April 2020 (Abb. 1). Es gab über ein Drittel weniger stationäre Behandlungsfälle (-35 %) und Operationen (-37 %) als im Vorjahresmonat.

Die Gesamtbehandlungszahlen stiegen in den folgenden Monaten. Allerdings blieb der Abstand zum Vorjahresniveau erheblich. Etwas anders sah es bei der Zahl der Operationen aus: Diese lag im Juni 2020 sogar leicht über und danach nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Zunächst verschobene Operationen konnten im weiteren Jahresverlauf teilweise nachgeholt werden. Im November 2020 sind die Zahlen dann erneut zurückgegangen und lagen auch im Dezember 2020 deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Rückgang auch in der Urologie

Knapp 30 % weniger Menschen als im Vorjahr mussten 2020 aufgrund von Infektionen ins Krankenhaus eingewiesen werden. Aber nicht nur Infektionskrankheiten sind zurückgegangen. Bei allen Hauptdiagnosen gab es einen Rückgang. Krankheiten des Urogenitalsystems (N00-N99) gingen um 10,5 % zurück und Neubildungen bzw. Tumoren (C00-D48) um 7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (>>zur Pressemitteilung)