Ob Videosprechstunde, telefonische AU oder veranlasste Leistungen: Zahlreiche Corona-Sonderregelungen, die seit Monaten gelten, werden nach Mitteilungen der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mindestens bis 30. Juni verlängert.

Zu sehen ist ein Kalenderblatt auf dem der 30. Juni mit einer grünen Nadel markiert ist. Der KBV und der GKV-Spitzenverband haben die Corona-Sonderregelungen mindestens bis zum 30. Juni 2021 verlängert.
Der KBV und der GKV-Spitzenverband haben die Corona-Sonderregelungen mindestens bis zum 30. Juni 2021 verlängert. (Bild: Adobe/Stock)

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie Umsatzeinbußen haben, erhalten Ausgleichszahlungen. Der Anfang März dieses Jahres getroffene Beschluss des Bundestages sieht vor, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen im Benehmen mit den Krankenkassen im Honorarverteilungsmaßstab geeignete Regelungen festlegen, wenn sich die Fallzahl aufgrund der Pandemie reduziert. Ausgleichszahlungen sollen dabei auch für extrabudgetäre Leistungen möglich sein. Allerdings sollen diese entgegen der Forderung der KBV aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) finanziert werden. „Das führt dazu, dass budgetierte Leistungen noch weniger wert sind“, befürchtet die KBV.

Konsultation per Telefon ausgeweitet

Die Möglichkeiten zur ärztlichen Konsultation per Telefon während der Corona-Pandemie wurden für alle Fachgruppen ausgeweitet. Ärzte können die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01433 (154 Punkte/16,92 Euro) und die GOP 01434 (65 Punkte/7,14 Euro) abrechnen. Dabei gibt es unterschiedlich hohe „Telefon-Kontingente“ für die einzelnen Fachgruppen. Telefonische Konsultationen werden seit 1. Januar 2021 auch dann wie vorgesehen vergütet, wenn der Patient im selben Quartal in die Praxis kommt oder den Arzt per Videosprechstunde konsultiert. Für Fachärzte heißt das, sie erhalten die telefonischen Gesprächsleistungen der GOP 01434 auch dann honoriert, wenn eine Grundpauschale der Kapitel 5 bis 11, 13, 15, 18, 20, 26 oder 27 oder eine Konsiliarpauschale zur Abrechnung kommt. Analog dazu hat der G-BA diese Regelungen auch für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung umgesetzt.

Für wen ist die Telefonkonsultation?

Die Telefonkonsultation ist vor allem für Patienten gedacht, die nicht in die Praxis kommen können. Die GOP wird in diesem Fall als Zuschlag zur GOP 01435 (telefonische Beratung eines Patienten im Krankheitsfall) gezahlt. Die Telefonkonsultation ist nur bei bekannten Patienten möglich. „Bekannt“ heißt: Der Patient war in den zurückliegenden sechs Quartalen, die dem Quartal der Konsultation vorausgehen, wenigstens einmal in der Praxis. Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nicht eingelesen werden. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten für die Abrechnung aus der Akte des Patienten.

Ärzte können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. KBV und Krankenkassen haben die geltenden Beschränkungen für den Einsatz der Videosprechstunde für einen befristeten Zeitraum aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Die Videosprechstunde ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

2020 weniger Fortbildungen notwendig

Urologen, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, müssen aufgrund der Coronavirus-Pandemie für das Jahr 2020 weniger Fortbildungen nachweisen. Die KBV hat sich mit dem GKV-Spitzenverband auf eine entsprechende Sonderregelung verständigt. So müssen Ärzte für das Jahr 2020 anstatt 50 nur 30 CME-Punkte nachweisen. Außerdem reicht es aus, wenn Ärzte an einer industrieneutralen, durch die Ärztekammer zertifizierten Pharmakotherapieberatung teilnehmen. Eigentlich sieht die Onkologie-Vereinbarung die Teilnahme an mindestens zwei solcher Beratungen vor.

Quelle: Praxisnachrichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) (>>Hier zur Übersicht)

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