DKG fordert Inflationsaufschlag

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat am Montag eine bundesweite Kampagne gestartet, mit der sie auf die massiven wirtschaftlichen Bedrohungen für die Krankenhauslandschaft aufmerksam machen möchte. Mit einem Infomobil und anderen Veranstaltungen wird die DKG gemeinsam mit allen Landeskrankenhausgesellschaften in allen Bundesländern einen umgehenden Inflationsausgleich für die Kliniken fordern, um ungesteuerte Insolvenzen zu verhindern. Mit einer Online-Petition (>>zur Petition) will sie ihre Forderungen an die Politik bekräftigen.

DKG fordert Inflationsaufschlag
Inflationsaufschlag gefordert: Der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß, befürchtet Insolvenzen aufgrund der inflationsbedingten Kostensteigerungen. (Foto © DKG)

Die Kostensteigerungen aufgrund der Inflation treffen nach DKG-Darstellung auf staatlich reglementierte Preise. Vorgesehen sei für 2022 nur eine Steigerung der Einnahmen für die Kliniken von 2,32 %. Die Krankenhausgesellschaft geht von knapp 8 % Inflation aus, befürchtet aber 10 %. „Es ist völlig inakzeptabel, dass die Politik einfach hinnimmt, dass bereits in diesem Jahr 60 % der Krankenhäuser rote Zahlen schreiben und sich die Lage im kommenden Jahr noch weiter zuspitzen wird. Nach einer aktuellen Blitzumfrage sehen knapp 40 % der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Situation so gefährdet, dass Insolvenzen drohen. Eine wirtschaftlich solide Finanzplanung ist derzeit unmöglich. Wenn der Gesundheitsminister jetzt nicht hilft, wird sich der kalte Strukturwandel mit seinen Krankenhaus-Schließungen dramatisch weiter verschärfen“, stellte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß, am Montag fest.

Ein Krankenhaus mittlerer Größe wird nach aktuellen DKG-Berechnungen 2023 über sechs Millionen Euro mehr für Gas und Strom bezahlen als 2021. Da seien Mehrausgaben in Millionenhöhe, die nicht gedeckt seien. „Allein das macht auf alle Kliniken hochgerechnet einen Fehlbetrag von rund vier Milliarden Euro. Insgesamt gehen wir für das Jahr 2023 von einer Unterdeckung von zehn Milliarden Euro aus“, befürchtet Gass. Die DKG fordert daher einen Inflationsausgleich in Form eines Rechnungsaufschlags auf die Krankenhausrechnungen.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft (>>zur vollständigen Pressemitteilung)