Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird die klinische Forschungsgruppe „Male Germ Cells“ bis 2023 mit rund 5,7 Millionen Euro fördern, teilt die Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit. Seit 2017 erforschen Wissenschaftler sowie Kliniker die Ursachen der männlichen Infertilität. Zukünftig wird das Forscherteam nach UKM-Informationen die genetischen und epigenetischen Ursachen der Infertilität sowie die dreidimensionale DNA-Struktur, die maßgeblich für die Spermienfunktion verantwortlich ist, aufklären.

„Durch diese umfangreiche Förderung können wir nahtlos an unsere bisherigen Erfolge anknüpfen. In einem interdisziplinären Ansatz analysieren wir nicht nur die genetischen Ursachen für die männliche Unfruchtbarkeit, sondern empfehlen individuelle Behandlungsstrategien. Für Kinderwunschpaare ist das ein großer Schritt zur Verwirklichung ihres Traums“, betont Prof. Frank Tüttelmann, Institut für Humangenetik und wissenschaftlicher Leiter der Forschungsgruppe.

Durch Analysen des Genoms von mehr als 1.000 unfruchtbaren Patienten konnte die Forschungsgruppe bereits zeigen, dass Mutationen oder Deletionen (Verlust eines Chromosomenstücks) in der DNA dazu führen, dass keine oder nur sehr wenige Spermien gebildet werden oder die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt ist und diese keine Eizelle befruchten können. In den kommenden drei Jahren wird das Forscherteam in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster die genetischen und epigenetischen Ursachen der Infertilität sowie die dreidimensionale DNA-Struktur, die maßgeblich für die Spermienfunktion verantwortlich ist, aufklären, so das Institut für Humangenetik.

Die komplexe Steuerung der Spermienbildung werde durch innovative Technologien (Einzelzell-Analysen, Bioinformatik) neue Einblicke in die Keimzellen und hormonproduzierenden Hodenzellen bieten. „Dabei spielt maschinelles Lernen – die künstliche Intelligenz – eine wichtige Rolle, da diese Technologie maßgeblich die zukünftige Diagnostik von Patienten beeinflussen wird“, erläutert der Sprecher der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Jörg Gromoll vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie. Man wolle Programme, die zielgerichtet mögliche Ursachen der Unfruchtbarkeit erkennen und damit dem behandelnden Arzt wertvolle Hinweise zur Diagnose und Therapie geben könnten.

Quelle: Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Bild: Fotozentrale UKM

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare