Die DGU zeigt sich enttäuscht angesichts der Ablehnung des PSA-Screenings durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens (IQWiG) und will sich weiter für die Anerkennung des Tests einsetzen.

Die DGU will nicht bis zur ProScreen-Studie 2028 warten, um die individualisierte Früherkennung des Prostatakarzinoms unter Einbeziehung des PSA-Wertes allen informierten und interessierten Männern als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen. Es sei nun die Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu überprüfen, ob und wie über das Thema der Erstattungsfähigkeit des PSA-Tests entschieden wird. „Der medizinische Nutzen des risikoadaptiert eingesetzten PSA-Tests als Baustein der Prostatakarzinomfrüherkennung bleibt unbestritten“, stellt die DGU fest.

Trotz der zahlreichen und umfangreichen Stellungnahmen nationaler und internationaler medizinischer Fachgesellschaften sowie des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) sei das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht „Prostatakrebsscreening mittels PSA-Test“ bei seiner Interpretation des Begriffes Screening analog zur Bewertung des kontrovers diskutierten Mammografie-Screenings vorgegangen.

Hierbei legt das IQWiG nach Darstellung der DGU die Auffassung zu Grunde, dass bei einem Prostatakrebsscreening mittels PSA-Test alle Männer in einem bestimmten Alter unabhängig von Begleiterkrankungen und Risikoprofil zu einem PSA-Test aufgefordert werden. Auch bei der intensiven Diskussion im Anhörungsverfahren beim IQWiG wurde an dieser Interpretation des Begriffes festgehalten, obwohl ein derartiges PSA-basiertes Screening weder von den medizinischen Fachgesellschaften noch den gängigen Leitlinien oder von Patientenvertretern gefordert oder empfohlen worden sei.

Zwar hat das IQWiG die Plausibilität eines risikoadaptierten PSA-basierten Frühdiagnostik eingeräumt, letztendlich aber auf die 2028 zu erwartenden Ergebnisse der ProScreen-Studie aus Finnland und der Göteborg-Studie verwiesen. Dabei ignorierte das Institut vollkommen die Ergebnisse der PROBASE-Studie, die noch 2020 publiziert werde. Die DGU kündigte indes an, die Patientenvertreter des BPS im G-BA weiter dabei unterstützen, den PSA-Test als wichtigen Baustein der Prostatakrebs-Früherkennung anzuerkennen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie
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2 Kommentare

  1. Ich verstehe das ewige Theater mit der Nichterstattung des PSA-Wertes durch die GKV nicht. Wir Urologen können froh sein, dass diese Leistung bei der allgemeinen Vorsorge nur als IGEL abgerechnet werden kann, da die massenhafte Abnahme dieses Wertes durch Allgemeinärzte, Internisten usw. die Budgettöpfe noch mehr belasten würde.
    Die Patienten sind vernünftiger als das IQWiG und zahlen die 20 Euro gerne.

  2. Aus Sicht der niedergelassenen Urologen macht Ihre Position Sinn. DGU und BvDU versprechen sich wohl mehr Einfluss der Urologen auf die Politik und die Kassen, wenn die PSA-Bestimmung GKV-Leistung ist. Es soll dann wohl eine eindeutig urologische Leistung sein, die zudem mit zusätzlichen Beratungsleistungen kombiniert werden kann. Davon abgesehen war die zwischen Patientenverband, DGU und BvDU schlecht abgestimmte Haltung in der Frage sicher kein Ruhmesblatt der Urologie.

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