Im Rahmen einer eigenen Podiumssitzung stellte die Deutsche Gesellschaft für Urologie heute Nachmittag ihr Weiterbildungscurriculum Urologie, ergänzend zur Musterweiterbildungsordnung, vor. Höhepunkt war der online übertragene Vortrag des Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, zur „Weiterbildung aus Sicht der Bundesärztekammer“. Sein Fazit: Die Urologie setzt einen wertvollen Orientierungsrahmen für die Gestaltung der urologischen Weiterbildung.

DGU-Generalsekretär Prof. Maurice Stephan Michel führte am Nachmittag im ICS in das WECU-System ein. (Foto © Runkel)
DGU-Generalsekretär Prof. Maurice Stephan Michel führte am Nachmittag im ICS in das WECU-System ein. (Foto © Runkel)

In einer immer älter werdenden Bevölkerung sorgt der bis 2030 um 20 % steigende urologische Versorgungszuwachs für einen zunehmenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachärztinnen und -ärzten für Urologie in Deutschland. „Auf diesen Bedarf müssen wir uns als Fachgesellschaft einstellen und haben mit dem neuen Weiterbildungscurriculum Urologie ein Instrument geschaffen, um die Weiterbildung qualitativ zu verbessern und attraktiver zu gestalten und mehr fachlich gut ausgebildeten Nachwuchs für die Urologie zu generieren“, sagt Prof. Maurice Stephan Michel, DGU-Generalsekretär und Initiator des WECU.

Das auf Basis der neuen Weiterbildungsordnung erarbeitete Curriculum gibt den Weiterbildungsstätten und Weiterbildungsassistenten einen Leitfaden für eine DGU-zertifizierte Facharztausbildung an die Hand. Es teilt die Weiterbildungszeit von fünf Jahren in fünf Module zu je zwei Semestern auf und beinhaltet neben acht Semestern stationärer Urologie, ggf. mit Rotation in andere Kliniken, auch eine Weiterbildungsphase von bis zu zwei Semestern in einer urologischen Praxis oder einem MVZ, um die notwendige bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Urologie zu erreichen.

„Die erworbenen Kompetenzen werden am Ende jeden Moduls objektiv, standardisiert und für jeden transparent überprüft. Alle Informationen für Assistentinnen und Assistenten und Weiterbildungsstätten, Anträge sowie eine Liste teilnehmender Kliniken und Praxen hat die DGU zum schnellen Zugriff auf das WECU auf dem Urologenportal komprimiert“, informierte Michel. In der abschließenden Diskussion mit dem Publikum vertieften u. a. Prof. Herbert Leyh, WECU Leitung und Koordination Klinik, sowie Dr. Max Tüllmann, WECU Koordination Praxis, dieses neue Leitsystem der urologischen Weiterbildung. (fgr)