Ein Beben erschüttert das Machtzentrum des Berufsverbands: Dr. Holger Uhthoff, erster Vizepräsident und nominell Kandidat für die Präsidenten-Nachfolge 2022, ist von seinem Amt im Präsidium zurückgetreten. Zudem kündigte er an, seine Mitgliedschaft im Berufsverband zum Jahresende zu kündigen.

Dem Rücktritt vorausgegangen waren monatelange Streitigkeiten in den Leitungsgremien des BvDU. Im Herbst 2019 initiierte Uhthoff gemeinsam mit dem hessischen BvDU-Landesvorsitzenden Dr. Peter Kollenbach den Zystoskopie-Verzicht in vielen urologischen Praxen. Schon damals hatte Uhthoff im BvDU „ein dickes Brett zu bohren“.

Zum Bruch mit BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder führte ab 1. Januar 2020 der zeitweise rechtliche Ausschluss der Urologen aus der Onkologievereinbarung. Bis zum Frühjahr war die endokrine antihormonelle Therapie nach ATC-Code LO2 in der Folge der OV-Novelle 2020 kein eindeutiger Bestandteil der OV mehr. Uhthoff machte die Krise öffentlich – sehr zum Ärger von BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt das Verhältnis zwischen beiden als zerrüttet.

Dritter Dissenzpunkt ist  das Verhältnis zur DGU, das seit Herbst 2019 einen deutlichen Bruch erfahren hat. Uhthoff wünschte sich – ebenso wie andere Führungskräfte des BvDU – eine engere Kooperation zwischen beiden Verbänden.

Bild: BvDU

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