18 Monate nach Inkrafttreten des neuen Organspendegesetzes in Deutschland blickt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) anlässlich ihrer 16. Jahrestagung Anfang November vorsichtig optimistisch in die Zukunft. So sind die Organspenden in Deutschland in der Corona-Pandemie bislang nicht eingebrochen. Ausreichende Kapazitäten auf den Intensivstationen hätten dies, anders als in vielen Nachbarländern, möglich gemacht. In den ersten zehn Monaten des Jahres gab es laut DSO mit 793 postmortalen Organspendern sogar eine leichte Steigerung von 2,3 %  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser Lichtblicke ist der Mangel an Spenderorganen hierzulande weiterhin eklatant: Laut Eurotransplant warten in Deutschland aktuell 9.081 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan. Die meisten Menschen auf der Warteliste hoffen auf eine Spenderniere. Im Jahr 2019 waren es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation rund 7.100 Patienten, die auf eine Nierentransplantation warten.

Bereits Anfang 2018 hatte die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) Systemkorrekturen bei der Organspende gefordert und das „Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ maßgeblich initiiert. Mit dem Ziel, die Organspendezahlen vor allem durch strukturelle Änderungen bei der Erkennung möglicher Spender in den Kliniken zu erhöhen, ist das Gesetz am 1. April 2019 in Kraft getreten. Es stärkt u.a. die Rolle der Transplantationsbeauftragten und sorgt für eine aufwandsgerechte Vergütung der Entnahmekrankenhäuser.

Hoffnung setzt die DSO auch in die seit Anfang September 2020 geltende neue Richtlinie Spendererkennung der Bundesärztekammer, welche die Erkennung möglicher Spender unterstützt, indem sie die frühzeitige Beachtung des Patentenwillens in den Mittelpunkt rückt. Es gelte, bereits zum Zeitpunkt eines zu erwartenden oder vermuteten Hirnfunktionsausfalls den möglichen Wunsch einer Organspende zu ermitteln, bevor die Einleitung einer palliativen Behandlung eine spätere Organspende ausschließe.

Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation, 11.2020, DGU-Pressestelle

Abb. DSO Hauptverwaltung Quelle DSO Thomas Goos

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