Mit der Einführung ab Mitte 2021 wird das bisherige Verfahren mit dem gedruckten Formular zum Auslaufmodell. Ärzte können ab diesem Zeitpunkt ihren Patienten das E-Rezept direkt digital bereitstellen. Der Versicherte ruft das E-Rezept mit einer App auf und kann es in einer Apotheke seiner Wahl einlösen. Ab 2022 ist die Nutzung des E-Rezepts bundesweit für gesetzlich Versicherte und apothekenpflichtige Arzneimittel verpflichtend.

Nicht nur für die Versicherten wird die Versorgung bequemer. Das E-Rezept unterstützt die Leistungserbringer in ihrer täglichen Arbeit. Beispielsweise ist die Bereitstellung eines Folgerezepts dann digital möglich. Der bislang nötige Besuch in der Arztpraxis wird häufig überflüssig. Folge: Ärzte und Praxismitarbeiter werden entlastet. Auch für Apotheker sinkt der Aufwand. Versicherte können direkt nach dem Arztbesuch die Verfügbarkeit anfragen. So bleibt beim Abholen mehr Zeit für die pharmazeutische Beratung.

Die gematik hat lange an der Konzeption des E-Rezeptes und der zugehörigen App gearbeitet. Auf der virtuellen Branchenmesse expoharm haben gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken und das geamtik-Team das eRezept vorgestellt.

„Wir schaffen mit dem elektronischen Rezept eine Neuerung für die Bevölkerung, die einen echten Mehrwert bringt. Das E-Rezept verbessert die Abläufe für alle Beteiligten: Ärzte, Patienten und Apotheker arbeiten dank elektronischer Verordnungen Hand in Hand. Das gesamte Gesundheitssystem profitiert von der Umstellung eines im Umfang kleinen, aber doch so wichtigen und zentralen Papiers auf das elektronische Format“, erläuterte Leyck-Dieken. Das E-Rezept ist in der ersten Stufe die ärztliche Verordnung von apothekenpflichtigen Arzneimitteln in elektronischer Form. Es ist für Versicherte flexibel wie das bisherige Papierrezept und kann in der App der gematik abgerufen und der Apotheke der Wahl zugewiesen werden.

Die Apotheke erhält die Anfrage im Warenwirtschaftssystem und wird vom System in der Antwort unterstützt. Die Rückmeldung an den Versicherten enthält die Information, ob oder wann das Medikament verfügbar ist und wie es bereitgestellt (Selbstabholung, Botendienst oder Versand) werden kann. Mit der Anfrage erfolgt noch nicht die Einlösung. Diese greift erst, wenn das E-Rezept an die Apotheke übergeben wird: Nach Rückmeldung der Apotheke entscheidet sich der Versicherte in der App für eine verbindliche Einlösung in der Apotheke. Die Einlösung in der App entspricht dabei der Übergabe des Papiers in der „analogen Welt“.

Quelle: gematik GmbH

Abb. Beispiel Frontend des Versicherten zum eRezept. Bild: gematik GmbH

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