Die AUO akquiriert derzeit Patienten für eine neue Diagnostikstudie bei Indikation zur Biopsie bei V. a. Prostatakarzinom. In diese internationale Studie sollen 438 Patienten eingeschlossen werden, davon bis zu 300 in 5 deutschen Zentren.

Derzeit wird das PSA in Kombination mit Ergebnissen der digitalen rektalen Untersuchung (DRU) herangezogen, um bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom die Indikation für eine Prostatabiopsie zu stellen. Eine hohe Anzahl der Prostatabiopsien weist ein negatives Ergebnis auf, so dass hier Verbesserungspotential in der Diagnose und somit der Indikationsstellung besteht.

Retrospektive Studien ergaben Hinweise, dass unter dem Einsatz eines Glykoproteinpanels (CTSD, THBS1), kombiniert mit PSA und Patientenalter, ca. 50–60% negative Biopsien vermieden werden können. In der vorliegenden Studie soll geprüft werden, ob sich diese Diagnose in einer prospektiven Studie bestätigt – so könnte sich eine Überdiagnose, die zu einer hohen Zahl negativer Biopsien führt, künftig vermeiden lassen.

In der vorliegenden Studie werden daher die Konzentrationen besagter Glykoproteine von Patienten bestimmt, die einer Biopsie wegen V. a. Prostatakarzinom zugeführt werden. Die Resultate dieser Biomarkerkombinationen werden dann mit den Ergebnissen der Biopsien korreliert. Hierfür wird den Patienten einmalig vor der Biopsie Blut entnommen, danach ist die Studie für die Patienten beendet; es werden lediglich die Ergebnisse der Biopsie dokumentiert. Primärer Endpunkt der Studie ist die Korrelation des Glykoproteinpanels mit dem histologischen Nachweis eines Prostatakarzinoms sowie mit der Diagnose eines relevanten Prostatakarzinoms (Gleason-Score >= 7).

Leiter der klinischen Studie ist Prof. Dr. Thomas Steuber; seine Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung der Studie, der Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie, Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen. Er ist Ansprechpartner für Ethikkommissionen und mit zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Die Studie ist unter der Nummer NCT03565289 bei clinicaltrials.gov registriert.

Quelle: AUO

PD Dr. Georgios Hatzichristodoulou, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wird zum 01.10.2019 neuer Chefarzt der Urologischen Klinik am Martha-Maria-Krankenhaus in Nürnberg.

Hatzichristodoulou, ehemals fast 10 Jahre am Klinikum rechts der Isar der TU München tätig (Direktor: Prof. Jürgen E. Gschwend) und zuletzt langjähriger Geschäftsführender Oberarzt am Universitätsklinikum Würzburg (Direktor: Prof. Hubert Kübler), übernimmt zum 1. Oktober 2019 als Chefarzt die Leitung der Urologischen Klinik am Martha-Maria Krankenhaus in Nürnberg. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Reinhard Kühn an, der in den Ruhestand geht.

Hatzichristodoulou hat seine Facharztausbildung 2011 am Klinikum rechts der Isar abgeschlossen und ist auch Fellow of the European Board of Urology (FEBU). Seine Habilitation zur Funktionserhaltenden radikalen Prostatektomie hat er 2016 an der TU München erfolgreich beendet.Hatzichristodoulou hat sich klinisch und wissenschaftlich v.a. um die Funktionserhaltende radikale Beckenchirurgie und die operative Andrologie verdient gemacht. Diese Schwerpunkte wird er in Nürnberg weiterverfolgen und ausbauen. Besonders im Bereich der operativen Andrologie genießt Hatzichristodoulou national und international einen exzellenten Ruf und ist in führenden urologischen Fachgesellschaften (u.a. EAU-Leitliniengruppe) aktiv. Bisherige Schwerpunkte der Urologischen Klinik wie die große Tumorchirurgie und die Neurourologie (inkl. Beckenbodenzentrum) wird PD Dr. Hatzichristodoulou gemeinsam mit seinem Team in Nürnberg fortführen. Darüber hinaus wird er neben der operativen und konservativen Uro-Onkologie v.a. die minimal-invasive Urologie am Martha-Maria Krankenhaus in Nürnberg vorantreiben.

Die Gesundheitspolitik von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erschwere Ärzten das freiberufliche Arbeiten und bedrohe massiv das Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten. „Das werden wir nicht zulassen“, kündigte Wieland Dietrich, Bundesvorsitzender der Freien Ärzteschaft (FÄ), an. Der Politik empfahl der FÄ-Chef, sich sowohl mit den Einwänden von Juristen in Sachen Freiberuflichkeit als auch mit denen von Datenschutzexperten hinsichtlich der TI und der Digitalisierung zu beschäftigen und Kurskorrekturen vorzunehmen.

Dr. Silke Lüder, FÄ-Vizevorsitzende, betonte, man werde sich der Digitalisierung nicht verweigern. „Wir Ärzte kritisieren jedoch eine unsichere Zwangsvernetzung aller Daten im deutschen Gesundheitswesen, die die Potenz hat, die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben.“ Ein Beleg sei Spahns geplantes Digitale-Versorgung-Gesetz, nach dem die GKV ab 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stellen muss.

Die roboterassistierte radikale Zystektomie (RARC) führt bei Patienten mit einem Urothelkarzinom der Harnblase (UC) zu einem ähnlichen onkologischen Langzeit-Outcome wie die offene radikale Zystektomie (ORC). Zu diesem Ergebnis kam eine Multicenter-Studie von Marco Moschini et al. im Journal of Clinical Medicine, die 9.757 UC-Patienten einschloss.

7,8% der UC-Patienten unterzogen sich einer RARC, 92,2% einer ORC. Das durchschnittliche Follow-up betrug 102 Monate. Die Rate positiver Schnittränder (p = 0,006) und lymphovaskulärer Invasion (p = 0,04) war höher in der RARC-Gruppe. Nach 3 Jahren zeigte sich eine Rezidivrate von 31% in der ORC-Gruppe gegenüber 29% in der RARC-Gruppe (p = 0,4) und eine krebsspezifische Mortalität von 27% vs. 26% (p = 0,8).

Quelle: Journal of Clinical Medicine

Der intensive Einsatz von Azithromycin zur Therapie von sexuell übertragbaren Infektionen hat in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Resistenzentwicklung gegenüber Azithromycin bei der Behandlung der Gonorrhoe geführt. Darauf macht das Robert Koch-Institut im aktuellen Epidemologischen Bulletin 32/33 2019 aufmerksam. In Deutschland wurde aktuell der zweite Fall einer urogenitalen Gonorrhoe mit einem high-level-Azithromycin-resistenten N.-gonorrhoeae-Stamm (HL-AziR-NG) dokumentiert.

Ein 42-jähriger Patient stellte sich Ende Juni 2019 in Berlin ambulant wegen Ausfluss und Dysurie vor. Seine Sexualpartnerin war ebenfalls erkrankt. Die Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit zeigte einen HL-AziR-NG. Die Erreger waren resistent gegenüber Tetracyclinen, ohne Nachweis einer beta-Lactamaseproduktion. Die Empfindlichkeitstestungen für Cefixim, Ceftriaxon und Ciprofloxacin fielen ebenfalls sensibel aus. Die Behandlung erfolgte allerdings noch vor Kenntnis der Resistenztests leitliniengerecht mit Ceftriaxon und Azithromycin. Eine Therapieerfolgskontrolle bei der Partnerin zeigte eine Erreger-Eradikation. Die Kontrolle des Manns steht laut Bericht noch aus.

Nach einem ersten Nachweis im Jahr 2016 ist dies der zweite Nachweis eines HL-AziR-NG-Isolats in Deutschland. In den letzten zwei Jahren wurden in Australien und Großbritannien bereits mehrmals multiresistente Keime nachgewiesen, gegen die auch das letzte einsetzbare Antibiotikum versagte. Da jedoch eine Reiseanamnese fehle, sei von einer Ansteckung in Deutschland auszugehen, so die Autoren im Epidemiologischen Bulletin. Sie vermuten, dass es hierzulande bereits ein eigenständiges Infektionsgeschehen mit HL-AziR-NG gibt und es sich bei dem aktuellen Fall nicht um ein singuläres Ereignis aufgrund einer Reise-assoziierten Infektion handelt.

Azithromycin ist derzeit das einzig verfügbare orale Antibiotikum zur Therapie der Gonorrhoe; aufgrund der geschilderten Resistenzentwicklung ist es für die Monotherapie ungeeignet. Hinzu kommt, dass für das ebenfalls in den Leitlinien empfohlene Cefixim momentan ein Lieferengpass besteht, der laut RKI in den nächsten Monaten bis voraussichtlich Ende 2019 weiter fortbestehen wird. Unerlässlich sei bei Diagnose einer Gonorrhoe eine Testung der Antibiotika-Empfindlichkeit, um vorhandene Resistenzen aufzuspüren. Auch eine Therapieerfolgskontrolle sollte immer notwendig. Das RKI bittet Fälle von ungewöhnlicher Resistenz und Therapieversagen daher immer zeitnah an das KL für Gonokokken und das RKI zu melden.

Quelle: univadis.de

06. September 2019

Neue Diagnostikstudie bei Indikation zur Biopsie bei V. a. Prostatakarzinom

Kategorie: News Autor: Anja Zimmermann
Die AUO akquiriert derzeit Patienten für eine neue Diagnostikstudie bei Indikation zur Biopsie bei V. a. Prostatakarzinom. In diese internationale Studie sollen 438 Patienten eingeschlossen werden, davon bis zu 300 in 5 deutschen Zentren. Derzeit wird das PSA…
03. September 2019

Georgios Hatzichristodoulou wird Chefarzt in Nürnberg

Kategorie: News Autor: Anja Zimmermann
PD Dr. Georgios Hatzichristodoulou, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wird zum 01.10.2019 neuer Chefarzt der Urologischen Klinik am Martha-Maria-Krankenhaus in Nürnberg.…