Künstliche Intelligenz, Big Data und die Digitalisierung im Gesundheits­wesen können Ärzte entlasten. Diese müssen aber auf den Umgang mit den neuen Technologien gut vorbereitet werden, damit sie deren Analyseergebnisse einordnen und auf Plausibilität bewerten können. Darauf weist die DGU hin.

 „Die digitale Transformation lässt kaum einen Bereich in Wirtschaft und Gesellschaft unberührt und hat längst auch die Medizin durchdrungen. Dort bieten digitale Technologien, die hinter Begriffen wie künstliche Intelligenz und Deep Machine Learning stehen, inzwischen große Chancen, die jedoch bei zu unkritischem Einsatz auch erhebliche Risiken bergen können“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Die DGU nennt beispielhaft die digitale Bildgebung und -erkennung. Die Urologie pro­fitiere hier zum Beispiel bei der Beurteilung von Prostatabiopsien. Mit radiologischen Bilddatensätzen werden dabei Systeme für spezielle Aufgaben wie die Erkennung und Vermessung von Metastasen trainiert. „Manche Systeme können inzwischen den Aggressivitätsgrad eines Tumors so gut wie der Pathologe diagnostizieren“, so DGU-Generalsekretär Maurice Stephan Michel. Angesichts teils mehrerer Millionen analysierter Bilddaten überrasche es Spezialisten nicht, dass derart trainierte Systeme besser „sehen“ als der Mensch, sagte er.

Bei diesem und anderen Beispielen gelte aber: Ärzte müssten für die erforderliche Plausibilisierung der maschinellen Unterstützung die Daten beurteilen können, mit denen das System gearbeitet hat. Sie müssten außerdem die Prozesse einschätzen können, mit der die Maschinen zu ihren Ergebnissen kommen. „Datenkompetenz wird deshalb entsprechend verstärkt in der ärztlichen Aus- und Fortbildung vermittelt wer­den müssen“, mahnte der DGU-Generalsekretär.

„Es gilt, den digitalen Wandel in der Medizin aktiv mitzugestalten, um Fehlentwicklun­gen etwa durch einen zu unkritischen Einsatz von künstlicher Intelligenz vorzubeugen. Künstliche Intelligenz ist ein innovatives Hilfsmittel, das den Arzt unterstützen kann. Die Entscheidungshoheit aber hat und behält der Arzt“, betonte der DGU-Präsident Oliver Hakenberg.

 

Quelle: DGU

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