Das New England Journal of Medicine veröffentlicht Daten mit Nachweis eines Überlebensvorteils durch Cabazitaxel im Vergleich zu einem zweiten auf den Androgenrezeptor gerichteten Wirkstoff beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC).

CARD ist eine Behandlungssequenzstudie, welche die Wirksamkeit und Sicherheit von Cabazitaxel im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid nach Krankheitsprogression unter anfänglicher auf den Androgenrezeptor gerichteter Therapie und Docetaxel erforscht. Mit Cabazitaxel stieg das radiologisch progressionsfreie Überleben (primärer Endpunkt) um mehr als das Doppelte und das Mortalitätsrisiko (wichtiger sekundärer Endpunkt) reduzierte sich signifikant um 36 %. Die Studienergebnisse wurden im Rahmen des Presidental Symposiums auf der Jahrestagung der European Society of Medical Oncology 2019 vorgestellt.

„In dieser Studie verbesserte die Behandlung mit Cabazitaxel das radiologisch progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben im Vergleich zu Enzalutamid oder Abirateron signifikant“, so Prof. Ronald de Wit vom Erasmus-MC-Universitätsklinikum in Rotterdam in den Niederlanden und Studienleiter der CARD-Studie. „Diese Ergebnisse sind spannend, da sie Auswirkungen auf die Behandlungsleitlinien für das metastasierte Prostatakarzinom und die derzeitige klinische Praxis haben können.“

CARD ist eine randomisierte, unverblindete klinische Behandlungssequenzstudie unter Beteiligung von 62 Prüfzentren in 13 europäischen Ländern, in die 255 Patienten (medianes Alter 70 Jahre, 31 % über 75 Jahre) mit mCRPC aufgenommen wurden, welche vorab mit Docetaxel behandelt waren und die innerhalb von 12 Monaten unter einem AR-gerichteten Wirkstoff eine Progression erlitten, unabhängig von der Reihenfolge der Behandlungen. Diese Patienten wurden 1:1 auf Cabazitaxel (25 mg/m2 intravenös alle drei Wochen, Prednison täglich und Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) oder zum Vergleich auf Abirateron (1.000 mg plus Prednison, täglich) bzw. Enzalutamid (160 mg täglich) randomisiert (Abirateron bei Vorbehandlung mit Enzalutamid bzw. Enzalutamid bei Vorbehandlung mit Abirateron).

Der primäre Endpunkt der Studie war das rPFS, das unter Behandlung mit Cabazitaxel (N = 129) im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid um das mehr als Zweifache länger ausfiel (N = 126; Median 8,0 vs. 3,7 Monate; HR = 0,54; 95%-KI: 0,40–0,73; p < 0,0001). Mit Cabazitaxel behandelte Patienten erlebten eine Verbesserung des rPFS in allen vorab festgelegten Subgruppen, unabhängig vom Zeitpunkt des vorherigen alternativen AR-gerichteten Wirkstoffs vor oder nach Docetaxel. Cabazitaxel verbesserte zudem signifikant einen wichtigen sekundären Endpunkt, das OS (Median 13,6 vs. 11,0 Monate; HR = 0,64; 95%-KI: 0,46–0,89; p = 0,0078) und reduzierte das Gesamtmortalitätsrisiko im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid um 36 %.

Weitere wichtige sekundäre Endpunkte fielen ausnahmslos zugunsten von Cabazitaxel aus: das progressionsfreie Überleben (PFS) (Median 4,4 vs. 2,7 Monate; p < 0,0001), das bestätigte PSA-Ansprechen (35,7 vs. 13,5 %; p = 0,0002) und das Tumoransprechen (36,5 vs. 11,5 %; p = 0,004). Auch das Schmerzansprechen (45,0 vs. 19,3 %; p < 0,0001) und die Zeit bis zu symptomatischen skelettalen Ereignissen (nicht erreicht vs. 16,7 Monate, p = 0,0499) verbesserten sich unter Behandlung mit Cabazitaxel signifikant.

Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse von Grad ≥ 3 betrug 56,3 % unter Cabazitaxel vs. 52,4 % unter AR-gerichteten Wirkstoffen. Die für Cabazitaxel wichtigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Grad ≥ 3 im Vergleich zu AR-gerichteten Wirkstoffen umfassten Erkrankungen der Niere (3,2 vs. 8,1 %), Infektionen (7,9 vs. 7,3 %), Muskel-/Skelett-Schmerzen/Beschwerden (1,6 vs. 5,6 %), Herzerkrankungen (0,8 vs. 4,8 %), asthenische Störungen (4,0 vs. 2,4 %), Diarrhö (3,2 vs. 0 %), periphere Neuropathie (3,2 vs. 0 %) und febrile Neutropenie (3,2 vs. 0 %). Die Raten schwerwiegender unerwünschter Ereignisse jeden Grads waren für die Behandlung mit Cabazitaxel (38,9 %) ähnlich wie bei Behandlung mit AR-gerichteten Wirkstoffen (38,7 %). Unerwünschte Ereignisse führten bei Cabazitaxel zum Tod von 7 Patienten, verglichen mit 14 Patienten bei AR-gerichteten Wirkstoffen (5,6 vs. 11,3 %). Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.

Quelle: Sanofi

06. November 2019

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Kategorie: News Autor: Anja Zimmermann
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