Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

 
 
 
FRANZ-GÜNTER RUNKEL
Runkels UroSkop
30.10.2019
 
 
Runkels UroSkop hat Ihnen gefallen? – Hier teilen:
Facebook
E-Mail
Liebe Urologinnen und Urologen,
eigentlich ist es ein Zystoskopie-Streik oder zumindest ein Boykott auf Zeit, aber das könnte Ärger mit der Selbstverwaltung bzw. dem Bundesgesundheitsministerium geben (>>> zum Beitrag). Also traf sich der Hauptausschuss des BvDU am vergangenen Wochenende und man verkündete dies:
Nach seiner Herbstsitzung an diesem Wochenende empfiehlt der Hauptausschuss des BvDU seinen Mitgliedern, diese Untersuchungen (Zystoskopien) ab Mitte November im Rahmen einer befristeten Aussetzungsaktion bei den Patienten nicht mehr anzubieten.“

 
Hintergründe seien immer umfassendere Hygieneleitlinien, die von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt wurden, teilte der BvDU am Wochenende über Twitter mit. Das Gesundheitsamt Ludwigshafen habe bereits Ende des vergangenen Jahres mehreren urologischen Praxen in Rheinland-Pfalz die Durchführung von Zystoskopien untersagt, weil die ergriffenen Aufbereitungsmaßnahmen nicht durch externe Prüfer validiert worden waren.
Bild Zystoskopie
Ab Mitte November empfiehlt der BvDU den Urologen zeitweise auf die Zystoskopie zu verzichten. (Bild: Knappschaftsklinikum Saar)
„Selbstverständlich“, so BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder, „wollen wir die höchsten hygienischen Maßstäbe auch für unsere Patienten in der ambulanten Versorgung. Aber dafür müssen dann auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese qualifiziert, wohnortnah und flächendeckend sichergestellt werden können.“

Als Verbesserung oder zumindest Ergänzung der urologischen Versorgung begrüßt Schroeder Video-Sprechstunden (>>> zum Beitrag) – insbesondere für ältere Patienten und in strukturschwachen Regionen. Dem Ärztenachrichtendienst sagte Schroeder am Montag zu den Möglichkeiten der urologischen Videosprechstunde:
Video-Konsultationen sind bei einigen Indikationen und Anlässen genauso gut wie ein Praxisbesuch. Der virtuelle Kontakt kann den persönlichen nicht
ersetzen, ihn aber gezielt ergänzen.“
 
Der BvDU-Präsident sieht einen sinnvollen Einsatz der Online-Video-Sprechstunde (OVS) in der Befundauswertung, Nachsorge, im Nachfragen vor Operationen sowie vor komplexen Therapien (Chemotherapie, Kinderwunsch etc.) oder bei Einnahmeempfehlungen von Medikamenten (>>> zum Beitrag).

Um intensivere digitale Patientenkontakte geht es auch im Projekt Entscheidungshilfe Prostatakrebs der DGU (>>> zum Beitrag). Seit 2016 nutzten nach Angaben der DGU-Pressestelle über 8.000 neu betroffene Männer die Online-Entscheidungshilfe; pro Woche kommen 60 neue hinzu. Durch das interaktive Online-Tool lässt sich das Beratungsgespräch beim nicht-metastasierten Prostatakarzinom für den Patienten und seinen Urologen standardisiert vorbereiten und erleichtern (www.entscheidungshilfe-prostatakrebs.info).
Christian Wülfing
DGU-Pressesprecher Prof. Christian Wülfing berichtet positive Zwischenergebnisse des Digitalprojekts Entscheidungshilfe Prostatakrebs. (Bild: DGU)
„Mit diesem kostenlosen Angebot sind die deutschen Urologinnen und Urologen Vorreiter bei der patientenorientierten Behandlungsentscheidung. Entsprechend wurde dieses Projekt der Patienten-Akademie vor wenigen Wochen auf unserem Jahreskongress mit dem 1. klinischen Vortragspreis ausgezeichnet“, unterstreicht DGU-Pressesprecher Prof. Christian Wülfing.
Gefördert aus dem Innovationsfonds des G-BA, wird die Entscheidungshilfe Prostatakrebs aktuell in der randomisierten EvEnt-PCA-Studie mit der gedruckten Broschüre aus dem Leitlinienprogramm Onkologie als aktuellem Standard verglichen. Bislang konnten 86 Studienzentren deutschlandweit 445 Patienten rekrutieren. Das entspricht 37 % der geplanten 1.200 Patienten. Das Studiendesign ist bewusst einfach gehalten und der Studienablauf fügt sich problemlos in die Routineversorgung ein. Erste Zwischenergebnisse zeigten vielversprechende Effekte der Online-Entscheidungshilfe Prostatakrebs, so die DGU. „Nach Nutzung der Entscheidungshilfe Prostatakrebs wurden der eigene Gesundheitszustand und die Lebensqualität besser bewertet“, betont Wülfing.

Anzeige
MSD Keytruda Das progressionsfreie Überleben 2 (PFS2) im Fokus

Prof. Axel S. Merseburger, Direktor der Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, berichtet über seine Erfahrung, dass das progressionsfreie Überleben 2 (PFS2) den Therapieverlauf mitunter realistischer abbilden kann als andere Endpunkte in der Onkologie. Im Video-Interview erläutert er, welche Rolle das PFS2 in onkologischen Studien spielen kann.

Zum Video-Interview


Generell scheint die Begeisterung für Digitales in der Ärzteschaft allerdings ausbaufähig zu sein, denn nach Angaben der Bundesregierung hatte ein Viertel aller Arztpraxen Ende September noch keinen Telematik-Anschluss. Im September, so berichtet der Ärztenachrichtendienst, sollen erst in 110.000 der insgesamt 150.000 Arzt- und Zahnarztpraxen die zur TI-Anbindung nötigen Geräte installiert gewesen sein. Bekanntlich ist die gesetzliche Frist zur Installation der Konnektoren bereits Ende Juni abgelaufen. Digital-Verweigerern droht der Bundesgesundheitsminister mit einer Honorarkürzung um 2,5% (>>> zum Beitrag).
Andreas Wiedemann
Prof. Andreas Wiedemann leitet den Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft am 22. und 23. November in Essen. (Bild: Deutsche Kontinenz Gesellschaft)
Allmählich neigt sich das urologische Jahr seinem Ende zu. Traditionell im November findet der Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft statt. Am 22. und 23. November 2019 wird es in Essen vor allem um Multimorbidität und die Zusammenhänge einer Harninkontinenz mit den im Alter oft verschriebenen Medikamenten gehen. Kein Wunder, denn Tagungspräsident Prof. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologie am Ev. Krankenhaus Witten im Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke, gehört zu den Experten in der geriatrischen Urologie:
Doktoranden aus unserer Arbeitsgruppe werden zum Beispiel Vorträge zu den Zusammenhängen zwischen Schlafapnoe und überaktiver Blase, zur Sturzgefährdung unter Inkontinenzmedikamenten oder aber der Botulinumtoxininjektion an der Harnblase halten.“

 
Auch in der Therapie des Prostatakarzinoms gibt es Neues: Eine kurzzeitige Androgendeprivation in Kombination mit einer Salvage-Radiotherapie verzögert nach einer Publikation von C. Carry und Kollegen in Lancet Oncology (16.10.2019) Metastasierung und Progression. Die Kombination einer sechsmonatigen Androgendeprivationstherapie mit einer Salvage-Radiotherapie verbessert signifikant das progressions- und metastasenfreie Überleben im Vergleich mit alleiniger Radiotherapie bei Prostatakarzinompatienten mit biochemischem Rezidiv nach radikaler Prostatektomie.
Auch für urologische Leistungen gilt ein Urteil des Bundessozialgerichts vom 26.06.2019 (B 6 KA 8/18 R). Honorarbegrenzungsregelungen, die nach Ablauf des Quartals, aber vor dessen Abrechnung gegenüber den Vertragsärzten erlassen werden, können als „unecht rückwirkend“ angesehen werden. Aber Achtung! Dies gilt leider nicht für rückwirkende Korrekturen der Leistungslegenden und vor allem der punktzahlmäßigen Bewertung von Leistungen im EBM.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit in der Urologie!

Es grüßt Sie herzlich Ihr
Franz-Günter Runkel
Chefreporter

Frage des Monats ___________________________________________________________________________________
 
Fortbildungen _______________________________________________________________________________________
 
Vorschau ________________________________________________________________________________________

Das erwartet Sie in der nächsten Printausgabe

UroForum-Ausgabe 11/2019
  • Interview mit BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zur Krise des BvDU
  • Zystoskopie-Verzicht in urologischen Praxen
  • CME-Beitrag: PI-RADS – Was muss der Urologe wissen?
  • Weitere wissenschaftliche Beiträge vom DGU-Kongress, u.a. neue Perspektiven beim oligo-metastasierten PCa, S3-Leitlinie Hodentumor, Neues aus der roboterassistierten Chirurgie
Erscheinungstermin: 7. November 2019
 

Impressum – publimed Medizin und Medien GmbH

Wenn Sie diese E-Mail (an: {EMAIL}) nicht mehr empfangen möchten,
können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

03. Jul 2019 158

Testbeitrag ohne Teaserbild

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor…