Runkels UroSkop: Ärztliche Honorarbudgets für 2020 +++ FDA-Zulassung von Darolutamid für nmCRPC-Patienten +++ Zur Anerkennung von honorarerhöhenden Praxisbesonderheiten

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FRANZ-GÜNTER RUNKEL
Runkels UroSkop
28.08.2019
 
 
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Liebe Urologinnen und Urologen,
die Freude über die eigene Belanglosigkeit artikuliert die Kassenärztliche Bundesvereinigung bei keinem anderen berufspolitischen Anlass so kultiviert wie bei der alljährlichen Bekanntgabe des mit dem GKV-Spitzenverband ausgehandelten Honorarbudgets für das kommende Jahr. Für 2020 wird es ein Plus von 1,52% und ein zusätzliches Honorarvolumen von 565 Mio. Euro geben.

Das ist schlicht die Anpassung an die Lohnentwicklung der Arbeitnehmer und somit ein eher banales Stück des umlagefinanzierten Sozialsystems dieses Landes. Einzig berichtenswert sind ein extrabudgetäres Honorar für Humangenetik-Leistungen sowie eine Anschubfinanzierung für Videosprechstunden, befristet auf zwei Jahre. Eigentümlich irreal mutet deshalb der euphorische Kommentar von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen an:
Die gemeinsame Selbstverwaltung hat ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt.“
 
Offenbar sind die Ansprüche der KBV an ihre Existenzberechtigung arg geschrumpft. Da sich der GKV-Spitzenverband ähnlich enthusiastisch äußert, stellt sich einmal wieder die Frage, ob diese Institutionen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen wirklich noch zeitgemäß sind.
Der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen freut sich über den Abschluss der Honorarverhandlungen 2020 mit den Kassen. (Foto: KBV)
Nicht mehr zeitgemäß ist wohl auch das Sektorendenken, das in der Praxis zum Kampf um honorarpolitische Erbhöfe verkommt. Die Große Koalition hat dieses berufspolitische Wespennest kurz im Koalitionsvertrag angerührt, um es gleich wieder in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe bis in die nächste Legislaturperiode zu parken. Wer weiß, ob dann noch jemand politische Lust auf dieses Thema verspürt. Bis dahin müht sich die Arbeitsgruppe um konzeptionelle Hinweise auf den Sinn ihrer Tätigkeit.

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Das Resultat sind gesundheitspolitische Aphorismen wie die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung, also die Propagierung eines klinikzentrierten Gesundheitssystems mit ambulanten Ablegern. Bei den Vertragsärzten kommen solche Ideen eher wie Eingriffe in den Wettbewerb der Leistungserbringer im Gesundheitswesen an. Dr. Axel Schroeder, Präsident des BvDU und Vorstandsmitglied im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa), befürchtet eine „Beschädigung des ambulanten Bereichs“.
Eine gleichberechtigte Teilnahme von Vertrags- und Klinikärzten an der intersektoralen Versorgung fordert BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder. (Foto: Runkel)
Die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung könnten nur dann überwunden werden, wenn in beiden Bereichen eine einheitliche Leistungsvergütung für ärztliche Leistungen erfolgt. Die Forderung nach den gleich langen Spießen im Wettbewerb formuliert Schroeder so:
Wer qualitativ versorgen kann, der soll auch – egal ob als Vertragsarzt oder als Krankenhaus.“
 
Wie so etwas in der Praxis aussieht, stellten BvDU und DGU vor einem Jahr in einem Forum des DGU-Kongresses vor, als regionale Protagonisten vier Modelle intersektoraler Versorgung präsentierten (>>> zum Beitrag). Ob die ASV (>>> zum Beitrag) wirklich den „Eintritt in eine neue Welt der onkologischen Versorgung“ zwischen den Sektoren bedeutetet, wie Schroeder in Berlin sagte, ist in der Spitze des BvDU einer ASV-Skepsis gewichen – allen gelungenen Teamgründungen zum Trotz. Der Berufsverband setzt weniger auf ASV-Teams, sondern auf intersektorale Gesundheitszentren (>>> zum Beitrag), in denen ambulante Vertragsärzte den regionalen Gesundheitsmarkt beherrschen.

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„Die Letzten ihrer Art“, titelte das Deutsche Ärzteblatt gerade zum Niedergang der Belegärzte, die trotz der mustergültigen Überwindung der Versorgungssektoren keine Lobby im Gesundheitssystem haben. Wie sehr auch Belegärzte-Vorsitzender Dr. Andreas W. Schneider, selbst Urologe, trommeln mag, die Belegärzte sind in kritischem Zustand und es gibt bis zur Stunde leider keine Zeichen für eine Reanimierung (>>> zum Beitrag).
Während der Patient Belegarzt eine schlechte Prognose hat, können Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) auf eine neue Therapie hoffen. Die Food and Drug Administration (FDA) der USA hat am 30. Juli 2019 den Bayer-Wirkstoff Darolutamid zur oralen Behandlung von Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom zugelassen. Bei Darolutamid handelt es sich, ähnlich der Wirkstoffe Enzalutamid oder Apalutamid, um einen Androgenrezeptor-Antagonisten. Wirksamkeit und Verträglichkeit zeigten sich in der Phase-III-Studie ARAMIS (Androgen Receptor inhibiting Agent for Metastatic-free Survival) an mehr als 1.500 Probanden.
Wo Fortschritt ist, gibt es immer auch Rückschläge. Aktuelle Daten aus European Urology zeigen eine erhöhte kurzfristige Mortalität nach Abirateronacetat und Enzalutamid bei Patienten mit vorbestehender kardiovaskulärer Erkrankung (KVE).
 
Die Anerkennung honorarerhöhender Praxisbesonderheiten setzt einen besonderen Versorgungsauftrag voraus und erfordert eine bedeutsame Spezialisierung“
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Das schreibt uns Rechtsanwalt Jörg Hohmann aus der Hamburger Kanzlei Prof. Schlegel, Hohmann und Partner in einem Kommentar zum Urteil des Bundessozialgerichts (26.06.2019 – B 6 KA 1/18 R). Mit dieser Entscheidung wurde die Klage einer Orthopädin mit den Schwerpunktbezeichnungen „Rheumatologie“ sowie den Zusatzbezeichnungen „Chirotherapie“, „Rehabilitationswesen“ und „spezielle Schmerztherapie“ abgewiesen. Sie hatte für die Quartale I bis IV/2009 bei der KV Berlin ein Antrag auf Anerkennung von honorarerhöhenden Praxisbesonderheiten gestellt und den Antrag mit der Versorgung von Patienten mit Rheuma- und Osteoporose-Erkrankungen sowie mit chronischen Schmerzen begründet.
Schon das Berliner Landessozialgericht hatte keinen Anspruch auf Anerkennung von Praxisbesonderheiten gesehen. Interessant ist die Begründung: Der Honorarverteilungsvertrag der KV Berlin verlangt einen besonderen Versorgungsauftrag beziehungsweise eine besondere für die Versorgung bedeutsame Spezialisierung. Beide Aspekte suchte das Gericht vergebens und zeigte der Klägerin die kalte Schulter.

Das schätzten auch die Bundessozialrichter so ein und erkannten keinen „besonderen Versorgungsauftrag“ und keine „für die Versorgung bedeutsame Spezialisierung“. Ohne ein solches Versorgungsangebot sei eine Überschreitung des durchschnittlichen RLV-Fallwertes von mehr als 15% kein hinreichender Grund für die Anerkennung einer Praxisbesonderheit.
Da viele Urologen Praxis-Schwerpunkte - z.B. in der Onkologie - bewerben und auf den Gedanken kommen könnten, zusätzliches Honorar zu erwirtschaften, sollten sie vorab den Rat eines Fachanwalts einholen, bevor sie Extra-Honorar abrechnen. Sonst droht vielleicht ein böses Erwachen. Leider werden offenbar hohe Anforderungen an eine ärztliche Spezialisierung gestellt, die erfüllt werden müssen.
Ich wünsche Ihnen eine sommerliche Zeit!

Es grüßt Sie herzlich Ihr
Franz-Günter Runkel
Chefreporter

Frage des Monats ___________________________________________________________________________________
 
Fortbildungen _______________________________________________________________________________________
 
Vorschau ________________________________________________________________________________________

Das erwartet Sie in der nächsten Printausgabe

UroForum-Ausgabe 9/2019
  • Digitalisierung zwischen Profit und Patientenwohl
  • Steintherapie: Welche Metaphylaxe bei wem ist wirklich sinnvoll?
  • CME-Beitrag: Immunonkologische Therapie beim metastasierten Nierenzellkarzinom
  • Praxis & Klinik: Gewinnung von Fachpersonal im Gesundheitswesen
Erscheinungstermin: 30. August 2019
 

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03. Jul 2019 52

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