Die Zwischenergebnisse des Pilotprojekts „S.A.M Mein Heimtest“ übertreffen Erwartungen: Gestartet vor einem dreiviertel Jahr haben sich bis heute bei dem Pilotprojekt bereits über 300 Nutzer angemeldet. Der Einsendetest auf HIV und Geschlechtskrankheiten wurde gemeinsam entwickelt von der Münchener Aids-Hilfe, der Deutschen Aidshilfe, ViiV Healthcare und dem Hamburger Labor Lademannbogen. Ziel war es, einfachere und frühere Diagnosen zu ermöglichen und, indem zuhause getestet wird, Hemmschwellen zu senken  und bisher nicht erreichte Zielgruppen anzusprechen.

Der Test erreicht außerdem neue Zielgruppen: 51% der S.A.M-Nutzer gaben an, zuvor gar keine beziehungsweise nur sehr unregelmäßig Tests gemacht zu haben. Bei S.A.M bleiben 80% der Nutzer dem Angebot treu und beziehen den Test im Abonnement. Die Diagnoseraten sind hoch: Chlamydien 6,8%, Gonorrhoe (Tripper) 4,3%, Syphilis 1,8% und HIV 2,2%.

Junge Menschen unter 35 Jahren machen bei den bisherigen Nutzern einen Anteil von 55% aus, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) 56%. Bei 34% handelt es sich um Personen aus strukturschwachen Gebieten und kleineren Städten. Insbesondere dort bietet der Heimtest praktische Vorteile, da Testangebote dort limitiert sind und Vertraulichkeit nicht immer gewährleistet ist beziehungsweise Ängste vor einem Bekanntwerden der Ergebnisse bestehen.

Das S.A.M-Paket beinhaltet Tests auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonokokken. Interessierte können sich online anmelden und dann in vier bayerischen Teststellen in München, Nürnberg, und Regensburg ein Erstgespräch mit persönlicher Beratung führen. Sie entscheiden dann selbst, ob sie das Testkit zukünftig alle 3, 6 oder 12 Monate automatisch zugesandt bekommen möchten. Das Angebot kostet im Rahmen des Pilotprojekts 32 Euro pro Testvorgang.

Blut- und Urinproben sowie Abstriche werden zu Hause selbst entnommen und dann ins Labor nach Hamburg gesendet. Wird keine Infektion festgestellt, erhalten die Nutzer das Ergebnis per SMS. Liegt eine Infektion vor, erhalten sie eine SMS mit der Bitte um Rückruf. Eine medizinische Fachkraft steht für ein Beratungsgespräch bereit und verweist gegebenenfalls an medizinische Einrichtungen und Aidshilfen weiter.

In Bayern wird „S.A.M Mein Heimtest“ nach dem Ende der Pilotphase im August 2019 fortgesetzt. Darüber hinaus prüfen die S.A.M-Partner eine Ausweitung des Testangebots auf andere Regionen in Deutschland.

Quelle: Deutsche AIDS-Hilfe

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