Die Wiederveröffentlichung gelöschter positiver Bewertungen auf Jameda kann auch ein Arzt verlangen, der das Abonnement mit dem Portalbetreiber gekündigt hat.

Dies berichten die Messner-Rechtsanwälte im Newsletter Medizinrecht 06/20 und beziehen sich auf ein Urteil des Landgerichts München. Demnach darf der Portalbetreiber positive Bewertungen einer Arztpraxis nach der Vertragskündigung des Arztes nicht löschen, um zum Beispiel eine Vertragskündigung zu sanktionieren. Der Portalbetreiber darf positive Bewertungen nur dann löschen, wenn es ausschließlich der Qualitätswahrung dient, so die Messner-Rechtsanwälte. Der Qualitätswahrung dient eine gelöschte Bewertung jedoch nur dann, wenn der Portalbetreiber Zweifel am Wahrheitsgehalt der Bewertung hat.

Kann der Arzt anhand von Patientendokumentationen bzw. durch Zeugenbenennung seiner Arzthelferinnen nachweisen, dass ein vergleichbarer Patient bei ihm in der Praxis behandelt wurde, der die positive Bewertung abgegeben haben könnte, hat er den Anspruch auf den Erhalt dieser Bewertung. Gelingt dem Arzt der Nachweis nicht, kann der Portalbetreiber auch eine positive Bewertung aus Zweifel an deren wahrheitsgemäßen Aussage löschen.

Hier zieht die Rechtsprechung denselben Maßstab der Beweispflicht heran, der auch bei dem Anspruch auf Löschung negativer Bewertungen herangezogen wird.

Quelle: LG München, Urteil vom 16.04.2019, Az. 33 O 6880/18
Bild: Robert Kneschke, stock.adobe.com_267911424

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare