Die niedergelassenen Ärzte erhalten für die Behebung der Störung in der Telematikinfrastruktur nach Angaben der KBV keine Rechnung. Die gematik hat demnach mit den IT-Dienstleistern ein Verfahren zur Finanzierung abgestimmt, wonach die Praxen sich nicht um die Erstattung der Kosten kümmern müssen.

Laut gematik sind die Kosten für das Update des Konnektors bereits über die Pauschalen abgedeckt, die der IT-Dienstleister über den Wartungsvertrag erhält, den er mit der Praxis abgeschlossen hat. Auch für den Fall, dass zusätzliche Aufwände bei der Behebung des Schadens anfallen, erhalte der Arzt keine Rechnung. Es sei Sache des Dienstleisters, mit seinem Vertragspartner oder der gematik zu klären, wer für die Kosten aufkommt. Sollten Praxen dennoch eine Rechnung erhalten, lautet die Empfehlung der gematik: „Bezahlen Sie die Rechnung nicht.“ Ärzte sollten sie unter Hinweis auf den Wartungsvertrag und die Absprache mit der gematik und den IT-Dienstleistern zurückweisen. 

„Für uns steht damit endlich fest: Ärzte müssen nichts für die Behebung der TI-Störung bezahlen. Sie müssen sich in keiner Weise darum kümmern, wer denn nun für den Schaden aufkommt oder die Rechnungen bezahlt. Auch in Streitfragen sind sie außen vor“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Seit Bekanntwerden der TI-Störung vor drei Wochen hatte Kriedel immer wieder gefordert, dass der Schaden so schnell wie möglich behoben wird und dies für die betroffenen Praxen aufwandsarm und kostenfrei ist.

Die KBV-Vertreterversammlung nutzte Kriedel zu scharfer Kritik an der Betreibergesellschaft gematik GmbH. „Wir als KBV – und Gesellschafter der gematik – haben erst zwei Tage nach Auftritt der Panne überhaupt von dem Problem erfahren. Bis dahin hielt es die gematik nicht für nötig, uns oder die Ärzte selbst zu informieren.“ Ein Online-Abgleich von Versichertenstammdaten war aufgrund der Störung mehrere Wochen lang nicht möglich. Schuld daran sei ein Ausfall der Konnektoren, so die KBV. Kriedel hofft, dass aus diesem Störfall ein Lernprozess für die Zukunft entstehe.

Quelle: KBV
Bild: digital@bw / Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare