Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), übte auf der digitalen Vertretersammlung deutliche Kritik am scheidenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Ampelkoalition künftig die Digitalisierung an der Versorgung ausrichten will“, betonte Kriedel. Kritik übte der KBV-Vorstand jedoch an Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn. „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch und wirft in den letzten Wochen seiner Amtszeit den Ärzten das vor, was er selbst verursacht hat: Ihnen sei die Digitalisierung pauschal ‚zu anstrengend, zu schnell und zu teuer‘.“

Zu sehen ist ein älterer Mann mit grauen Haaren und Brille. Bildunterschrift: KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel droht in der Finanzierung der Digitalisierung mit dem Gang vors Schiedsamt. (Foto © Lopata/axentis.de)
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel droht in der Finanzierung der Digitalisierung mit dem Gang vors Schiedsamt. (Foto © Lopata/axentis.de)

Zudem drehe sich das politisch vorgegebene Finanzierungssystem zwischen Finanzierungsvereinbarung und teils monopolistischer Preisgestaltung zum Nachteil der Praxen im Kreis. „Wir stellen eine zunehmende Diskrepanz zwischen den Beträgen fest, die durch die Erstattungspauschalen gedeckt sind, und den Preisen, die die Industrie tatsächlich in Rechnung stellt“, so Kriedel. Die Höhe der Unterfinanzierung schwanke je nach Hersteller und Konfiguration der jeweiligen IT-Ausstattung. „Wir müssen vermutlich von etwa 9.000 Euro für fünf Jahre ausgehen. Der Markt hat sich eben nicht wie versprochen selbst reguliert. Er hat vielmehr die gesetzliche Nachfrage-Garantie genutzt.“

Da die Nachfrage im kommenden Jahr durch ablaufende Konnektoren noch steige, forderte Kriedel eine ausreichende Finanzierungsvereinbarung. „Wenn wir bis zum Jahresende kein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen können, werden wir ins Schiedsamt gehen“, kündigte Kriedel an. Technische Schwierigkeiten seien auch bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und dem elektronischen Rezept (eRezept) ein großes Problem. „Die Praxen wollen versorgen, sie wollen impfen – und sie wollen auch digitalisieren. Aber: Die Grenze des Machbaren ist längst weit überschritten“, betonte Kriedel. Doch schon jetzt müssten die Ärzte Technik in ihren Praxen installieren, die heute schon veraltet sei und oft nicht funktioniere.

Quelle: KBV (>>zur Pressemitteilung)

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