Die DGU warnt vor bislang wenig diskutierten Folgen des Klimawandels: Häufige Hitzeperioden könnten sich negativ auf die männliche Zeugungsfähigkeit auswirken.

Die DGU warnt mit Blick auf den Klimawandel vor einer langfristigen Zunahme urologischer Erkrankungen. Wie aus einer Pressemitteilung vom 14. August hervorgeht, hält Professor Joachim Steffens, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, die Beeinträchtigung der männlichen Zeugungsfähigkeit für denkbar.

„Eine erhöhte Umgebungstemperatur der den Samen produzierenden Hoden vermindert die Spermienqualität und kann dadurch die männliche Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen“, sagt Steffens. „Die Evolution hat die Hoden des Mannes außerhalb der Körperhöhle platziert, da die dort zwei bis drei Grad niedrigere Temperatur gegenüber der Körperkerntemperatur von 37 Grad zu einer guten Samenqualität führt.“

Wissenschaftliche Daten gebe es dazu bislang jedoch nicht. Steffens sieht daher einen dringenden Bedarf und regt interdisziplinäre Forschungsverbände an, mehr über die urologischen Folgen des Klimawandels zu erfahren.

Erste Daten gibt es allerdings zu hitzebedingten Nierenproblemen. Laut Jens Rassweiler, Präsident der DGU, erhöhen „häufigere Extremhitze und höhere Durchschnittstemperaturen“ die Risiken für Harnsteine und schwere Nierenschädigungen. Die nationale US-Wissenschaftsakademie weise bereits auf eine Ausweitung von Nierenstein-Risiko im Norden der USA hin.

Quelle: DGU
Bild: AdobeStock_74833063_peterschreiber

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