Einen fundierten wissenschaftlichen Überblick über das Potential neuester optischer Methoden für die nicht-invasive Krebserkennung und -behandlung liefert der kürzlich erschienene Sammelband „Multimodal Optical Diagnostics of Cancer“ der internationalen Biophotonik-Experten Jürgen Popp, Valery V. Tuchin und Valery Zakharov.

„Lichtbasierte Methoden sind ein zukunftsweisendes Werkzeug, um die Früherkennung und die Diagnose von Krebserkrankungen zu erleichtern“, so Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT). Er hat den Band gemeinsam mit Prof. Valery V. Tuchin von der Staatlichen Universität Saratow und Prof. Valery Zakharov von der Nationalen Forschungsuniversität im russischen Samara herausgegeben.

Ein Beispiel ist die Diagnostik von Tumorgewebe: Derzeitiger Gold-Standard ist die bildgebende Diagnostik mit anschließender Biopsie. Die multimodale Bildgebung hingegen macht krebsartiges Gewebe mit Laserlicht direkt sichtbar. Dies könnte Urologen dabei unterstützen, Tumore exakter zu entfernen — und perspektivisch sogar Krebs-Operationen ganz ohne Skalpell möglich machen.

„In den photonischen Technologien sind zuletzt rasante Fortschritte erzielt worden“, erläutert Jürgen Popp. „Diese wiederum befördern die Erforschung neuer diagnostischer Verfahren.“ So könnten neuartige faseroptische Instrumente einen Weg zu einer minimal-invasiven Medizin eröffnen. „Flexible Endoskopen können den Tumor nicht nur identifizieren, sondern ihn gleich entfernen: ihn lichtbasiert Schicht für Schicht abtragen.“

Quelle: Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. , Informationsdienst der Wissenschaft (IDW)

BU Abb.: Die multimodale Bildgebung macht krebsartiges Gewebe mit Laserlicht direkt sichtbar. Foto: Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V

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