Der Arbeitskreis V (Assistenzärzte) des Hartmannbundes hält die gesetzlichen Arbeitsschutzvorschriften während der Pandemie für nicht ausreichend umgesetzt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hartmannbundes hervor (>>zur Pressemitteilung). So sind die Mitarbeiter im Gesundheitswesen oft nur unzureichend über ihre Rechte im Falle einer Covid-19-Ansteckung am Arbeitsplatz informiert.

„Deshalb möchten wir an alle Kolleginnen und Kollegen appellieren, bei gesicherter Infektion diese als Berufserkrankung anzuzeigen.“

Dr. Sebastian Gassner, Vorsitzender des Arbeitskreises V des Hartmannbundes

Leistungen der Gesetzlichen Unfallversicherung können nur so im Nachhinein gesichert werden. Dabei ist die Identifikation eines Indexpatienten, anders als noch am Anfang der Pandemie, jetzt nicht mehr notwendig.

Das Wichtigste auf einen Blick

Aber was sind die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Berufskrankheit? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und die Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizininformieren (DIVI) informieren dazu (>>zur Broschüre).

Hier das Wichtigste in einer kurzen Übersicht:

Anerkennung von Covid-19 als Berufskrankheit

Von den versicherten Personen können insbesondere Arbeitnehmer und ehrenamtliche Helfer in stationären oder ambulanten medizinischen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Laboratorien die Voraussetzungen für eine Berufskrankheit erfüllen.

Dazu müssen folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • während der beruflichen Tätigkeit im Gesundheitswesen bestand Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Personen
  • es treten relevante Krankheitserscheinungen wie zum Beispiel Fieber und Husten auf
  • es besteht ein positiver Nachweis des Virus mithilfe eines PCR-Tests

Die zuständige Versicherung

  • Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ist für Einrichtungen in privater oder kirchlicher Trägerschaft zuständig.
  • Die regional zuständige Unfallkasse bzw. der regional zuständige Gemeinde-Unfallversicherungsverband ist für Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft zuständig (>>weiterführende Informationen der DGUV).

Nach der Anerkennung als Berufskrankheit

Nach der Anerkennung als Berufskrankheit übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten der Heilbehandlung und der medizinischen, sozialen und beruflichen Rehabilitation. Sollte eine bleibende Minderung der Erwerbsfähigkeit vorliegen, kann die Unfallversicherung auch eine Rente zahlen. Hinterbliebene können im Todesfall eine Hinterbliebenenrente erhalten.

Weitere Informationen für den Arbeitgeber

Weitere Informationen bietet die Broschüre der DGUV und der DIVI (>>Broschüre). Aber auch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat Informationen bereitgestellt (>>Informationen der BGW).

Medizinische Mitarbeiterin streicht sich unter Corona-Vollschütz über die Stirn. Covid-19 kann als Berufskrankheit anerkannt werden.
Abb.: Viele medizinische Mitarbeiter sind unzureichend über die Anerkennung von Covid-19 als Berufskrankheit informiert. (Foto: Adobe/Stock)

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