Urologische Forschung – made in Germany: Prof. Max Burger, DGU-Vorstand für Forschungsförderung, stellt auf dem DGU-Kongress verschiedene deutscher Forschungsprojekte vor.

Den Ausbruch aus dem Elfenbeinturm der Forschung inszenierte Prof. Max Burger, DGU-Vorstand für Forschungsförderung, auf der DGU-Pressekonferenz. „Es stimmt schon“, startete Burger im Büßerhemd, „dass die meisten Daten aus der Forschung keinen direkten Einfluss darauf haben, wie wir die Patienten behandeln.“ Trotzdem komme viel bei den Forschungsprojekten heraus. Urologische Forschung – made in Germany ist laut Burger ganz vorn.

Beispiel Harnblasenkarzinom: Forscher der TU München stellen in Leipzig die Entwicklung eines neuen Medikaments gegen die Metastasen des Harnblasenkarzinoms vor, das Reparaturmechanismen des Erbguts der Tumorzellen beeinflusst. Dabei geht es um zwei verschiedene Schlüsselstellen in einem Komplex genetischer Veränderungen, die zur Rückbildung von Metastasen genutzt werden können.

Das deutsche Bridge-Konsortium unter der Leitung von Prof. Christian Bolenz aus Ulm hat entdeckt, dass Tumorzellen in der Harnblase aus Vorläufern entstehen. Diese Vorläufer haben einen gewissen Charakter und geben Hinweise auf die spätere Aggressivität, Gefährlichkeit sowie auf Therapiemöglichkeiten.

Zell- oder Genmaterial unterstützen die Früherkennung des PCa

Zur Früherkennung des Prostatakazinoms stellte Burger zwei Arbeiten vor, die zum ersten Mal zeigen, dass die Untersuchung von Zell- oder sogar Genmaterial wirklich bei der Früherkennung helfen kann. Eine Arbeit aus Gießen zeigt z. B., dass es im Urin Zellen mit veränderten Genen gibt, die sich in einer Art Tumorsuppe befinden. Dieser neue Urin-Laborwert zeigt an, ob der Blockade-Mechanismus des Körpers zur Entstehung von Tumorzellen richtig funktioniert. „Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass wir den PSA-Wert als Tumormarker ergänzen können.“

Eine weitere wichtige Erkenntnis sei ein Zusammenhang zwischen chronischer Prostatitis und der Entstehung eines Prostatakarzinoms. Hier gebe es möglicherweise Hinweise für eine erhöhte Anfälligkeit dieser Patienten.

DGU-Forschungsvorstand Prof. Maximilian Burger stellte Forschungsergebnisse zum Prostata- und zum Blasenkarzinom vor. (Foto Runkel)

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