Zwei Fallserien aus Brescia und London zum Verlauf von COVID-19-Patienten nach Nierentransplantation haben ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe ergeben. Das galt auch dann, wenn die Patienten schon länger eine stabile Nierenfunktion hatten und keiner intensivierten Abstoßungsprophylaxe bedurften.

Die Immunsuppression bei SARS-COV-2-Infektion sollte bei stabiler Nierenfunktion möglichst reduziert und bestimmte Medikamente wie Zellzyklusinhibitoren vermieden werden. Dies berichten F. Alberici et al. sowie D. Banerjee und Kollegen in Kidney International. Noch lassen sich aus diesen Erfahrungen wegen geringer Fallzahlen keine allgemeinen Empfehlungen zur Therapie ableiten, so die beiden Autoren-Teams.

Eine Absetzung von Antimetaboliten wie Mycophenolat Mofetil, Azathioprin sowie Calcineurininhibitoren sei aber sinnvoll zugunsten einer Beibehaltung oder Erhöhung von Prednisolon. Es müssten nun international rasch Erfahrungen mit COVID-19-Patienten nach Transplantation zusammengetragen werden.

Quelle: Kidney International
Bild: Uniklinikum Halle

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