Auf Druck der Ärzteschaft wird die Impfstoffmenge von BioNTech/Pfizer für die kommende Woche um eine Million Dosen aufgestockt, teilt die KBV mit. Praxen können somit bis zu 48 statt bis zu 30 Impfstoffdosen verimpfen. Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums die höhere Liefermenge zugesichert. „Damit stehen in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember statt zwei Millionen dann drei Millionen Dosen für Impfungen zur Verfügung. Die zusätzliche Menge soll nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) nur an die Arztpraxen und Betriebsärzte ausgeliefert werden“, informiert die KBV.

Zu sehen ist Jens Spahn. Bildunterschrift: Nach Kommunikationspannen rund um die Kürzungen von BioNTech-Impfstoffen war der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stark unter Druck geraten. (Foto © Runkel)
Nach Kommunikationspannen rund um die Kürzungen von BioNTech-Impfstoffen war der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stark unter Druck geraten. (Foto © Runkel)

Erst am Freitagnachmittag war bekanntgeworden, dass der Impfstoff von BioNTech/Pfizer nur noch in begrenzten Umfang zur Verfügung steht und stattdessen mehr Moderna verimpft werden soll. Dies hatte zu einem Proteststurm geführt. Daher hat sich der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestern in einem Schreiben an die Vertragsärzteschaft gewandt. Spahn entschuldigt sich für seine Kommunikation, die teilweise sogar zu Rücktrittsforderungen von Ärzteverbänden geführt hatte, und zeigt Verständnis für die ärztliche Verärgerung.

„Alle Kräfte für Impfkampagne mobilisieren“, fordern derweil Deutsche Krankenhausgesellschaft, Bundesärztekammer, Marburger Bund, Spitzenverband Fachärzte Deutschlands, Verband der Leitenden Krankenhausärzte und Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands in einer gemeinsamen Erklärung. „In immer mehr Regionen Deutschlands sehen sich die Krankenhäuser einer stark wachsenden Zahl schwerkranker COVID-Patienten gegenüber. Die Folge ist, dass die Regelversorgung anderer Patientinnen und Patienten immer stärker zurückgeführt wird und Patientinnen und Patienten auch überregional verlegt werden müssen. Dabei ist zu konstatieren, dass neben der deutlich überwiegenden Zahl der Ungeimpften auch immer mehr, vor allem ältere, geimpfte Personen in die Krankenhäuser eingeliefert werden, deren Impfschutz zum Teil schon deutlich länger als sechs Monate zurückliegt“, schreiben die Verbände.

Dringend erforderlich für die Impfkampagne sei ein „politisches Konzept zur substanziellen Steigerung der Erst- und Zweitimpfungen der erwachsenen Bevölkerung“. Darüber hinaus begrüßen Krankenhausträger und Ärzteschaft die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für Auffrischungsimpfungen der erwachsenen Bevölkerung. Auf Grundlage dieser Empfehlungen sind Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, eine dritte Impfung vornehmen zu lassen, so die Erklärung der Verbände.

Ärzteschaft und Krankenhausträger appellieren an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern, geeignete Rahmenbedingungen für eine gleichermaßen sichere, unbürokratische und barrierearme Impfkampagne in Deutschland zu schaffen. „Es gilt jetzt, zusammen zu stehen und alle Kräfte zu mobilisieren für eine möglichst schnelle Realisierung dieser Booster-Impfungen in Praxen, in Kliniken, in Impfzentren und durch Betriebsärzte oder mobile Impfteams.“ (fgr)