Die DGU stellt auf ihrem diesjährigen Kongress ein neuartiges zertifiziertes Weiterbildungs-Curriculum vor, das 2021 an den Start gehen wird. Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) sowie die German Society of Residents in Urology (GeSRU) unterstützen das Curriculum als Kooperationspartner.

Die föderale Heterogenität der Weiterbildung zum Facharzt für Urologie hat die DGU veranlasst, auf dem 72. DGU-Kongress ein völlig neuartiges zertifiziertes Weiterbildungs-Curriculum vorzustellen. Gewisse Unterschiede der Weiterbildungsinhalte und -strukturen sind aufgrund der Vielzahl der Landesärztekammern systemimmanent. „Diese Heterogenität möchten wir mit dem neuen DGU-zertifizierten Weiterbildungs-Curriculum überwinden“, erklärt der Generalsekretär und Sprecher des DGU-Vorstands, Prof. Maurice Stephan Michel.

Ausgangspunkt des Projekts war die Novellierung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) im Jahr 2018. „Im Juli dieses Jahres haben wir das von der DGU erarbeitete Curriculum mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) sowie der German Society of Residents in Urology (GeSRU) konzertiert. Beide Institutionen sind seitdem Projekt-Kooperationspartner und unterstützen die Umsetzung“, so Michel weiter.

Kooperationen zwischen Kliniken und Praxen erhalten hohen Stellenwert

Das Curriculum geht 2021 an den Start und empfiehlt die Unterteilung der Weiterbildungszeit von 60 Monaten in zehn Semester mit fünf Modulen. Durch eine klare Verlagerung einiger Weiterbildungsinhalte in den ambulanten Bereich werden Kooperationen zwischen Kliniken und Praxen entscheidend. Aber auch Rotationen zwischen Kliniken sollen helfen, Spezialgebiete wie beispielsweise die Kinderurologie besser abdecken zu können. „Die Fördermöglichkeiten in einigen Bundesländern, teils durch die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen, teils durch Fördergelder nach § 75a SGB V, reichen nicht aus, um die Verlagerung in den ambulanten Bereich zu finanzieren“, kritisiert Michel. Gesundheitspolitischer Handlungsbedarf bestehe daher bei der finanziellen Förderung für Weiterbildungsassistenten im ambulanten Bereich der Urologie.

Das neue Gütesiegel der Weiterbildung zum Facharzt für Urologie sieht DGU-Generalsekretär Prof. Maurice Stephan Michel in dem neuen Curriculum. Foto: DGU

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