Eine im Journal of Sexual Medicine publizierte repräsentative schwedische Studie hat ergeben, dass die Suche nach Sexualpartnern in Online-Dating-Portalen deutlich häufiger mit riskanten Sexualkontakten assoziiert ist als die Partnersuche im realen Leben.

99 % der Schweden nutzen das Internet und 11 % der Männer sowie 7 % der Frauen suchen auf Online-Dating-Plattformen nach Sexualpartnern. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ohne Kondome war nach Online-Dating fünf- bis sechsmal so häufig wie nach realer Partnersuche. Sexuell übertragbare Erkrankungen wurden nach Online-Dating doppelt so oft registriert wie nach konventioneller Partnersuche.

Deogan et al. stellten die Resultate dieser stratifizierten, randomisierten und populationsbasierten Studie mit 50.000 zufällig ausgewählten und angefragten Schweden im Alter von 16 bis 84 Jahren nun vor. 2017 beantworteten 14.537 Frauen und Männer die standardisierten Fragebögen des Survey. Die Fragen nach sexuell übertragbaren Erkrankungen bezogen sich auf Chlamydieninfektionen, Condylome, Hepatitis B oder C, HIV sowie Herpes genitalis.

Die Frauen des Survey hatten nach Online-Dating 5,1 Mal häufiger Sex ohne Kondome innerhalb eines Jahres als offline angebahnte Kontakte. Bei den Männern wurde ungeschützter Geschlechtsverkehr nach Online-Dating sogar sechsmal öfter registriert.

„Online-Dating wird in westlichen Ländern zunehmend populär. Menschen, die Sexualkontakte über Online-Portale oder Apps anbahnen, sind häufiger zu ungeschütztem Sex mit kurzzeitigen Sexualpartnern bereit als Nicht-Nutzer solcher Portale“, stellen Deogan und Kollegen abschließend fest. Vor allem homosexuelle Männer im Alter von 30 bis 44 Jahren, die Kontakte im Netz suchten, seien stark gefährdet. Die Autoren regen an, die mit Online-Dates verbundenen Risiken stärker in die individuelle Sexualberatung einfließen zu lassen.

Quelle: Deogan C, Jacobsson E, Mannheimer L, et al.: Meeting Sexual Partners Online and Associations With Sexual Risk Behaviors in the Swedish Population. J Sex Med 2020; https://doi.org/10.1016/j.jsxm.2020.08.001

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