Prof. Axel Merseburger wurde zum neuen Vorsitzenden des Europäischen Urologie-Stipendienprogramms (EUSP) ernannt. Er sagt „Das Wissen, dass wir dazu beitragen können, junge Ärzte für die Urologie zu begeistern, ist hocherfreulich. Durch die EUSP können wir sie motivieren und in die Lage versetzen, ihre zukünftige Karriere in diesem Bereich zu verfolgen.“ Die Förderung der nächsten Spitzenkräfte und die Stimulierung der Forschung in der Urologie sind die Hauptziele des EUSP. Durch Jahresstipendien, klinische Besuche und Stipendien fördert das EUSP den Wissensaustausch und bietet jungen, vielversprechenden Teilnehmern wertvolle Erfahrungen.  Das EUSP ist ein Förderprogramm der European Association of Urology (EAU).

Prof. Merseburger übernimmt den EUSP-Lehrstuhl
Prof. Merseburger übernimmt den Vorsitz des EUSP (Foto: © EAU)

Vision und Perspektiven des neuen EUSP-Vorsitzenden

Prof. Merseburgers Vision für das EUSP stützt sich auf die folgenden Säulen:

Neue Technologien, die Arbeitsweisen grundlegend verändern

„Mit dem EUSP wollen wir diese neue Art der innovativen klinischen und experimentellen Forschung anregen. Die digitale Innovation verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten. Robotertechnik, Augmented/Virtual-Reality-Sensorik, das Internet der Dinge, Systeme zur Datenmodellierung und andere bahnbrechende Technologien haben das Gesundheitswesen verändert und werden dies auch weiterhin tun. Neuartige Methoden der Datenerfassung und -analyse werden bei der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten immer wichtiger“, sagte Prof. Merseburger.

Langfristiges Engagement fördern

Prof. Merseburger erklärte, dass die EAU durch die Schaffung langfristiger Stipendienprogramme und themenbezogener Curricula junge Urologen in verschiedenen Bereichen der Urologie, Führungs- und Forschungsmöglichkeiten, medizinischer IT und anderen Bereichen weiterbilden kann.

Spezielle Programme

Die Entwicklung spezieller Programme für urologische Subspezialitäten ist durch die gemeinsamen Bemühungen mit dem Young Urologists Office, der European School of Urology (ESU), dem Guidelines Office und der EAU Research Foundation (EAU RF) möglich. Laut Prof. Merseburger sind die derzeitigen Fellowship-Programme ein guter Anfang und können durch die Kombination mit ESU-Kursen, Masterclasses und dem Guidelines Associates Programm verbessert werden.

Förderung des Engagements

Um das Engagement zu fördern, riet Prof. Merseburger, den Stipendiaten eine Plattform zu geben, auf der sie ihre Erfahrungen austauschen können. Das könnte wiederum Medizinstudenten dazu inspirieren, Urologen zu werden. Er fügte hinzu, dass der Aufbau enger Beziehungen zu den nationalen Vertretern der urologischen Assistenzärzte dazu beitragen wird, eine solide Plattform zu schaffen, die zu mehr Forschung anregt und in der Folge zu weiteren Fortschritten in der urologischen Wissenschaft und medizinischen Versorgung führen wird.

Pläne und Initiativen

Auf die Frage, was er sich für die Zukunft vorstellt, erwähnte Prof. Merseburger die Anwendung neuer EU-Finanzierungsmöglichkeiten (z. B. Horizon Europe und EU4Health), um die strategische Ausrichtung der EAU/EUSP zu bestimmen. Er plant als Vorsitzender eines EAU-Büros Forschungsideen vorzuschlagen, die nach Ansicht des Büros und des Vorstands zu den Prioritäten der EAU gehören sollten. Dazu zählen auch Forschungsanträge in Form von Kooperationsprojekten mit anderen Büros (z. B. den Jungen Akademischen Urologen der ESU)“, sagte Prof. Merseburger. Im Hinblick auf die Zertifizierung, Akkreditierung oder Anerkennung von Zentren für die offene Chirurgie (onco oder non-onco) betonte Prof. Merseburger, wie wichtig es ist, Institute zu ermutigen, eine EBU-EAU-Zertifizierung zu beantragen. (EBU steht für European Board of Urology).

Da die COVID-19-Reisebeschränkungen in vielen Ländern noch in Kraft sind, ermutigt Prof. Merseburger die Stipendiaten außerdem, sich an zertifizierte Gastzentren in ihren Heimatländern zu wenden, um weiter zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und ihr Wissen zu erweitern.

Eine der Voraussetzungen für die Bewerbung um ein EUSP-Jahresstipendium ist die Einreichung eines Projektvorschlags. Laut Prof. Merseburger mangelt es einigen Berichten an einer angemessenen Struktur, sodass sie schwer zu prüfen sind. „Wir arbeiten derzeit an einem Format, das den Bewerbern zeigt, wie sie einen Projektvorschlag erfolgreich erstellen können.

Ein weiteres nennenswertes Ziel von Prof. Merseburger ist die Integration der klinischen Studien/Register von EUSP und EAU RF zum Wissensaustausch. Dies soll den EUSP-Stipendiaten die Möglichkeit geben, auf laufende, von der EAU unterstützte Projekte und/oder klinische Studien zuzugreifen.

„Die Chancen sind groß und die Ambitionen am EUSP sind hoch. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem EUSP-Team in den kommenden Jahren“, so Prof. Merseburger abschließend.

Quelle: European Association of Urology (>>zur vollständigen Pressemitteilung)