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Die nuklearmedizinische Diagnostik von rezidivierendem Prostatakrebs per PSMA-PET/CT ist nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Kassenleistung geworden. Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) klärt auf, wie die Präzisions-Diagnostik funktioniert und wie man sie in Anspruch nehmen kann.

Die Methode nutzt das Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) der Prostatakrebszellen, um verbleibende Tumorherde nach einer Prostatakrebs-Therapie aufzuspüren. Dazu wird das bildgebende Verfahren der Positionenemissionstomografie (PET) in Kombination mit der Computertomografie (CT) verwendet. Zu Beginn der PSMA-PET/CT wird dem Patienten ein sogenannter Tracer in eine Vene gespritzt, der sich im Körper verteilt. Der Tracer spürt Krebszellen auf und heftet sich auf deren Oberfläche an das PSMA. Weil der PSMA-Tracer mit einem Radionuklid ,Gallium-68 oder Fluor-18, versehen ist, deren Strahlung vom PET aufgefangen wird, macht er die Krebszellen sichtbar. „Im PET erscheinen die Krebszellen dann als Farbflecken auf dem Graustufenbild des CT“, erläutert der BDN-Vorsitzende Prof. Detlef Moka. .

Die Untersuchung dauert einschließlich der Vorbereitung etwa 90 bis 120 Minuten. „Davon verbringen die Patienten nur ungefähr 30 Minuten im Gerät selbst“, erklärt Moka. Die Untersuchung könne deshalb ambulant durchgeführt werden. Risiken durch den radioaktiven Tracer gebe es nicht, da beide Radionuklide nur eine kurze Halbwertzeit von ein bis zwei Stunden haben und zudem schnell über den Urin ausgeschieden werden. „Durch den Beschluss des G-BA im vergangenen Jahr ist die Untersuchung ohne Zuzahlung des Patienten möglich“, erläutert der BDN-Vorsitzende. Die PSMA-PET/CT wird von zahlreichen Universitätskliniken und einigen niedergelassenen Nuklearmedizinern angeboten, die sich an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für urologische Tumoren beteiligen.

Bei der ASV handelt es sich um interdisziplinäre Teams aus niedergelassenen Ärzten, die sich auf die Behandlung seltener oder schwerer Erkrankungen spezialisiert haben. Ärzte-Teams findet man über die ASV-Servicestelle oder die regionale Kassenärztliche Vereinigung. „Patienten, deren Prostatakrebs behandelt worden ist und die den Verdacht auf einen Rückfall mit einem PSMA-PET überprüfen lassen wollen, benötigen eine Überweisung vom Urologen“, führt Moka aus. Empfehlenswert ist unter Umständen eine kurze zusätzliche Begründung.

Die Vorteile des PSMA-PET bestehen darin, dass frühzeitig mit der Planung für eine weitere Behandlung begonnen werden kann. Denn bei einem Rückfall im Operationsgebiet oder auch bei einzelnen Metastasen ist häufig eine Bestrahlung möglich. „Diese sogenannte Salvage-Strahlentherapie kann den Tumor erneut über längere Zeit zurückdrängen“, betont Moka.

Quelle: BDN
Bild: tl6781 – stock.adobe.com

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