MRT-Quantentechnologie zur Tumordiagnostik

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert ab sofort ein Projekt zur besseren Darstellung von Tumoren mit 15,8 Mio. Euro für vier Jahre. Davon gehen 3,1 Mio. Euro an das Universitätsklinikum Freiburg als klinischer Partner, welches sich in einer Teilstudie auf den Schwerpunkt des Prostatakarzinoms spezialisiert.

MRT-Quantentechnologie zur Tumordiagnostik
Bislang lassen sich im MRT-Bild (grau) die Organe erkennen. Im Bereich der Prostata ist farblich der Stoffwechsel des Moleküls Pyruvat dargestellt, dessen Signal mit Hilfe der Hyperpolarisierung verstärkt wurde. auf Die Färbung deutet auf einen Tumor hin (Foto © C. A. Müller/Universitätsklinikum Freiburg)

Die Struktur von Tumoren lässt sich in der diagnostischen Magnetresonanztomographie (MRT) gut darstellen. Allerdings fehlen bislang entscheidende Informationen über den Tumorstoffwechsel. Diesen sichtbar zu machen, wird durch das Hyperpolarisations-Verfahren möglich. Im nun geförderten Projekt soll die bislang vielversprechende, aber aufwändige Technik durch Quantentechnologie schneller und günstiger werden und bald den Schritt in die klinische Versorgung schaffen.

Studien zeigen Potential der Hyperpolarisations-Methode

Mit Hilfe von speziellen MRT-Verfahren beispielsweise auf der Basis der körpereigenen Substanz Pyruvat kann der Tumorstoffwechsel untersucht und quantifiziert werden. Dazu muss die Substanz so aufbereitet werden, dass ihr schwaches MRT-Signal um den Faktor 10.0000 und mehr verstärkt wird. Bisher dauerte die Hyperpolarisation einige Stunden und war technisch aufwändig, so dass ein klinischer Einsatz nur in wenigen Studien untersucht werden konnte – diese Studien zeigten jedoch bereits das Potenzial für die Onkologie.

Im Rahmen des Programms „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ fördert das BMBF eine neue quantenbasierte Technologie, mit der hyperpolarisierte MRT-Kontrastmittel in nur wenigen Minuten direkt vor der Untersuchung mit geringeren Kosten hergestellt werden können. Bei dem Kooperations­projekt „QuE-MRT: Revolutionierung der Krebsbildgebung durch Quantentechnologien“ arbeiten der externe Projektpartners, die Firma NVision in Ulm, der den Hyperpolarisator herstellt, mit den Standorten der Universitätskliniken Freiburg, München und Ulm zusammen. Die Koordination aller Studien übernimmt das Zentrum für Klinische Studien im Uniklinikum Freiburg.

Uniklinikum Freiburg setzt Schwerpunkt auf Prostatatumore

Um die neue Technologie für den Einsatz in der klinischen Routine zu optimieren und anschließend am Patienten zu testen, fokussiert sich jeder Klinikstandort auf unterschiedliche Tumorarten. Das Universitätsklinikum Freiburg konzentriert sich in seiner Teilstudie auf das Prostatakarzinom. „Der veränderte Stoffwechsel ist ein wichtiger Indikator, mit dem aggressive Prostatakarzinome von weniger aggressiven unterschieden werden können“ sagt Prof. Dr. Christian Gratzke, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg. Schon jetzt hat die MRT einen wesentlichen Anteil an der Diagnostik von Patienten mit einem Prostatakarzinom. „Mit hyperpolarisierten Kontrastmitteln könnten wir das Diagnostik-Spektrum deutlich erweitern und so die Krebstherapie künftig noch individueller anpassen“, sagt Prof. Dr. Fabian Bamberg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Interventionelle und Diagnostische Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg (>>zur Pressemitteilung)

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