Telemedizin gewinnt in verschiedenen Fachgebieten, darunter auch in der Urologie, zunehmend an Aufmerksamkeit. Insbesondere Videosprechstunden haben eine hohe Zufriedenheit und Kostenersparnis für Patienten gezeigt. Allerdings wurde bisher nur wenig untersucht, wie Videobesuche im Vergleich zu traditionellen Klinikbesuchen in Bezug auf die klinische Effizienz und die Kostenerstattung abschneiden.

Eine Studie aus dem Fachmagazin „Urology Practive“ liefert nun belastbare Daten (>> hier zum Artikel).

Der für die Arbeit verwendete Datensatz umfasste 250 Videosprechstunden, bzw. Videobesuchen von etablierten Patienten im Michigan Medicine Department of Urology und 250 persönliche Klinikbesuche bei denselben Anbietern, die zwischen Juli 2016 und Juli 2017 durchgeführt wurden. Informationen zu Besuchsabschluss- und -abbruchraten, Zykluszeit (Zeit vom Einchecken bis zum Auschecken), Kostenerstattung und Auslagen des Patienten wurden anhand der elektronischen Patientenakte und Abrechnungsdaten gesammelt.

Telemedizin spart Patienten Zeit (Bild: Adobe).

Der in der amerikanischen Studie aufgegriffene Aspekt der Kosteneinschätzung ist auf Deutschland nicht direkt übertragbar. Aber die Daten zur Effizienz lassen optimistisch in eine digitalere Zukunft schauen.

Die Abschlussraten waren zwischen Video- und Klinikbesuchen ähnlich (58 % gegenüber 61 %, p = 0,24). Die durchschnittliche Zykluszeit für Videobesuche war signifikant kürzer im Vergleich zu Klinikbesuchen (24 Minuten gegenüber. 80 Minuten, p < 0,01).

Die Studie zeigt, dass Videosprechstunden bzw. Videobesuche das Potenzial haben, die Zeit, die Patienten für die Nachsorge aufwenden, zu reduzieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verwendung von Videobesuchen im Praxisalltag zu einer Erhöhung der Behandlungseffizienz für die Patienten führt.

Quelle: Andino JJ, Castaneda PR, Shah PK et al. The Impact of Video Visits on Measures of Clinical Efficiency and Reimbursement. Urol Pract. 2021; 8(1):53-57.

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