Die urologische Klinik des Marien Hospitals in Herne hat den zweiten OP-Roboter in Betrieb genommen und damit die OP-Kapazitäten verdoppelt. Damit verfügt die Klinik mit einem XI- und einem X-System über zwei Systeme der neuesten Generation und gehört somit zu den Top-Roboter-Zentren in Deutschland.

Die Robotertechnologie ist seit zehn Jahren als Routineverfahren am Marien Hospital etabliert. Hauptindikationen sind tumorchirurgische oder rekonstruktive Eingriffe am Urogenitaltrakt. Unter der Leitung von PD Dr. Rein-Jüri Palisaar ist die robotische radikale Prostatektomie zum Standardeingriff am Marien Hospital entwickelt worden. Neben den bekannten OP-technischen Vorteilen des Systems konnte der klinische „Pathway“ für die Patienten optimiert werden. Verzicht auf Wunddrainagen, intrakutane Hautnaht, sowie die Katheterentfernung am dritten postoperativen Tag ohne Notwendigkeit der suprapubischen Ableitung repräsentiert den Standard. Trotzdem bleibt das frühfunktionelle Ergebnis auch in erheblichem Maße abhängig von der Tumor- und der Patientenselektion.

Auch fast jede andere onkologische oder rekonstruktive Operation gehört zum Standardrepertoire der Robotik am Marien Hospital. Seit Einführung des neuen Systems konnten in den ersten zwei Monaten mehr als 50 robotische Nierenteilresektionen oder Adrenalektomien zusätzlich durchgeführt werden. Bei robotischen Zystektomien wird peinlich darauf geachtet, dass kein Urin in den Bauchraum gelangt um ein „Tumorspillage“ zu vermeiden. Die Harnableitung mittels Conduit oder Neoblase erfolgt bei Mann und Frau komplett intrakorporal unter Einhaltung der offenen Standards. Die ureteroileale Anastomose wird nach Nesbit mit 5.0-Einzelknopfnähten angelegt.

Bei Neoblasenanlage erfolgt die W-Konfiguration nach Studer mit zwei tubularisierten Segmenten komplett analog zum offenen Vorgehen ohne Technik-geschuldete Kompromisse. Die Robotiksysteme erlauben die gleichen Nahtreihen analog zur offenen Technik.

Quelle: Klinik für Urologie und Neuro-Urologie, Marien Hospital Herne, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Bild: Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

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