Der Tübinger Uroonkologe Prof. Jens Bedke stellte während der AUO-Session des DGU-Kongresses die wichtigsten Punkte zur Erst- und Zweilinientherapie des Nierenzellkarzinoms in der gerade aktualisierten S3-Leitlinie vor.

In der Erstlinie empfiehlt die Leitlinie bei Niedrig-Risiko-Karzinomen eine Kombination von Pembrolizumab und Axitinib. Für intermediäre Risiken sowie ungünstige, hohe Risiken werden zwei Kombinationstherapien ans Herz gelegt: Neben Pembrolizumab und Axitinib empfiehlt die S3-Leitlinie vorrangig Ipilimumab und Nivolumab. Als weitere Optionen stehen Substanzen wie Cabozantinib, Pazopanib oder Sunitinib zur Verfügung. „Die Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms ist eine Kombinationstherapie aus den Varianten Immuntherapie plus Immuntherapie oder Tyrosinkinase-Inhibitor plus Immuntherapie“, fasste Bedke zusammen.

In der Zweitlinientherapie sind die Empfehlungen der Leitlinie etwas dünner gesät. Lediglich für eine Vortherapie mit dem VEGFR-Inhibitor gibt es mit den beiden Substanzen Cabozantinib und Nivolumab zwei starke Empfehlungen. Optional werden TKI-basierte Therapien, Nivolumab und die Kombination aus Lenvatinib und Everolimus angeboten. „Aktuell gibt es keine prospektiven Daten für eine Zweitlinienbehandlung nach Checkpointinhibition in der Erstlinie“, stellt Bedke fest.

Enorme Therapiefortschritte in den letzten 20 Jahren

Als Mittelwert gibt die Leitlinie für ein gutes Risikoprofil ein medianes Gesamtüberleben von 43,2 Monaten an. Im intermediären Setting reduziert sich diese Zeitspanne auf 22,5 Monate und bei ungünstigem Risiko sind es aktuell 7,8 Monate. Im Allgemeinen enthält die Leitlinie noch zwei neue konsensbasierte Statements. „Eine terminale Niereninsuffizienz und/oder Hämodialyse ist keine Kontraindikation gegen eine Systemtherapie mit TKI, Checkpoint- oder mTOR-Inhibitoren“, berichtet Bedke. Außerdem wird unter Systemtherapie alle sechs bis zwölf Wochen eine Schnittbildgebung zur Therapiekontrolle empfohlen. Im Vergleich mit der Jahrhundertwende sind die Therapiefortschritte beim Nierenzellkarzinom ganz erheblich.

Bild: Adobe Stock

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare