In einem Positionspapier hat die KBV vor der Bundestagswahl die für die ambulante Versorgung besonders wichtigen Themen zusammengefasst. Dabei liegt der Fokus auf der Stärkung der ambulanten Strukturen sowie der Digitalisierung zum Nutzen der Patienten. Zudem wird eine transparente und praktikable Qualitätssicherung und die fachärztliche Weiterbildung in den Praxen thematisiert.

zusehen ist das Wartezimmer einer Arztpraxis. Das Prinzip der freiberuflichen Berufsausübung, vornehmlich in innhabergeführten. (Foto: © M.Dörr & M.Frommherz – stock.adobe.com)
Das Prinzip der freiberuflichen Berufsausübung, vornehmlich in innhabergeführten. (Foto: © M.Dörr & M.Frommherz – stock.adobe.com)

Die Corona-Krise habe ungeachtet all ihrer negativen Folgen und Begleiterscheinungen eindrucksvoll gezeigt, welch tragende Säule der Gesellschaft die ambulante medizinische Versorgung in Deutschland darstelle, heißt es in dem Papier mit dem Titel #GesundheitBrauchtPraxis: Versorgung gemeinsam gestalten. Um diese enorme Leistungsfähigkeit und maximale Flexibilität des Gesundheitswesens weiterzuentwickeln, stehe die KBV als kompetente und verlässliche Ansprechpartnerin bereit.

Hervorgehoben wird dabei das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, das es zu schützen gelte. Grundpfeiler hierfür seien das Prinzip der freiberuflichen Berufsausübung, vornehmlich in innhabergeführten Praxen, und eine funktionierende Selbstverwaltung. Angesichts dessen, dass immer mehr Krankheiten ambulant therapierbar sind, sei eine effektive Steuerung des derzeit unkoordinierten Zugangs zur medizinischen Versorgung unerlässlich. Die KBV spricht sich zugleich dafür aus, die ambulanten Versorgungsangebote bei gleichzeitiger Entlastung der Kliniken von ambulant durchführbaren Behandlungen auszubauen.

In diesem Kontext sollte auch die Akut- und Notfallversorgung organisatorisch neu geordnet und einheitlich geregelt werden. Dabei sollte dem Positionspapier zufolge eine kooperative Struktur zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich geknüpft werden, mit der Patientinnen und Patienten in die richtige Versorgungsebene geleitet werden, „ohne einen neuen Sektor bilden zu müssen“.

Begleitend zum Ausbau der ambulanten Versorgungsangebote müssten unkoordinierte Mengenzunahmen der Leistungen verhindert werden, indem ein neues Honorarsystem mit festen Preisen entwickelt werde. Zudem müssten die rapide steigenden Ausgaben der Praxen für Personal, Hygiene und Digitalisierung kompensiert werden.

Bei der Digitalisierung kommt es aus Sicht der KBV darauf an, statt der technischen Instrumente die medizinischen Versorgungsprozesse in den Vordergrund zu stellen. Nur wenn diese Prozesse „unterstützt und erleichtert werden, wird man Ärzte und Psychotherapeuten sowie deren Teams nachhaltig von der Digitalisierung überzeugen“ können. Die Beteiligten müssten zudem besser eingebunden werden.

Als ein weiterer Schwerpunkt wird die sektorenübergreifende Qualitätssicherung genannt, die sich zu „einem hyperkomplexen bürokratischen Kontrollinstrument“ entwickelt hat, ohne einen Nutzen für die Patientinnen und Patienten zu haben. Diese müsse zu einem transparenten und praktikablen Instrument zurückgeführt werden.

Quelle: GKV-Spitzenverband (>>zum Positionspapier)

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