PD Dr. Konrad Stock sprach über „Ultraschall im Jahr 2022“. An vielen Fallbeispielen zeigte er die Möglichkeiten von Ultraschall-Taschengeräten und Kontrastmittel-Sonografie. Dabei gab er auch Ideen, wie die urologische Ultraschalldiagnostik in Deutschland verbessert werden könnte.

PD Dr. Konrad Stock gab viele praktische Tipps zu Ultraschall. (Foto: Reimann)

Wie kann man die modernen Verfahren etablieren?

Dr. Stock sagt: „Wichtiger als die Technologie ist der ärztliche Untersucher.“ Damit moderne Ultraschallsysteme sinnvoll genutzt werden können, sollte die Ausbildung besser werden. „Wir brauchen Zentren, bei denen genug Fälle aufkommen und die die Ausbildung übernehmen.“, sagt Dr. Stock. Dabei müsse die Ausbildung reproduzierbarer werden. Es muss überprüfbares Wissen geschaffen werden, das man abfragen kann. Standardisierte Vorgehensweisen in der Praxis würden dabei helfen.  

Aus dem Auditorium kam der Hinweis, dass auch die Ultraschallbilder in standardisierter Form Teil der Frühbesprechung werden müssten, wie man das vom CT kennen würde. Denn im Fall von CT führe der dauernde Kontakt mit solchen Aufnahmen und die Interpretation durch Experten dazu, dass viel Wissen vermittelt würde.

Was steht einer besseren Ultraschalldiagnostik im Weg?

Von den Zuhörern kam ein weiterer Hinweis: Es müssten mehr Geräte zur Verfügung stehen: „Es kostet Geld, dass investiert werden muss.“, hieß es. Dazu kam von einer niedergelassenen Urologin der Kommentar: „Ultraschall ist das Stetoskop der Niedergelassenen. Aber ich bin persönlich beschämt, weil ich das nicht kann, was Dr. Stock gezeigt hat. Ich würde mehr investieren, wenn ich für diese Leistung angemessen vergütet würde.“

Auch die mangelnde Zeit für den einzelnen Patienten wurde abgesprochen: „Wir haben 7, 8 bis 10 Patienten pro Stunde. Wir haben keine Zeit für einen umfangreichen Ultraschall“.

Prof. Dr. Tilmann Loch, Chefarzt der Urologischen Klinik der DIAKO, meinte: „Berufspolitisch muss sich eingesetzt werden, damit diese Leistungen vergütet werden.“

Dr. Stock ergänzte, dass Zentren auch Niedergelassenen hinsichtlich einer besseren Ultraschalldiagnostik helfen würden. Dorthin könnten z. B. unklare Fälle überwiesen werden.

Ultraschallgeräte für die Tasche

Ein weiteres großes Thema des Vortrags waren kleine mobile Ultraschallgeräte. Diese wurden ursprünglich beim Militär für die Primärtriage im Feld entwickelt, wie Dr. Stock erklärte. Eine Umfrage im Auditorium ergab, dass knapp die Hälfte mit Ultraschallgeräten für die Tasche arbeitet.

Die kleinen Taschenultraschallgeräte eigenen sich laut Dr. Stock besonders gut für sogenannte DAWOS-Sonografie (= Da wo es weh tut). Wenn man die zehn häufigsten Diagnosen richtig gelernt hat, dann wären diese Geräte gut einsetzbar. „Hochmobile Taschenultraschallgeräte sind Entscheidungshelfer für fokussierte klinische Fragestellungen“.

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